Saison ohne Schwächephase

Saison ohne Schwächephase

Trotz Platz vier verspürt Kapitän Lambertz keine Lust, das Ziel Aufstieg für 2011 auszugeben.

Düsseldorf. Die Zeit des Träumens ist seit Sonntagabend vorbei. Die Feierlichkeiten rund um eine tolle Saison dürfen bei Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf aber noch ein paar Tage dauern. Spieler und Trainer haben es sich verdient. So ist auch keine Rede davon, nach Gründen zu suchen, warum es nicht mit dem Aufstieg geklappt hat, wo man bis zum vorletzten Spieltag so nahe dran war - zumindest an einem Relegationsplatz.

"Es besteht kein Anlass, jetzt darüber nachzudenken, was wir falsch gemacht haben", sagt Fortunas Vorstandssprecher Peter Frymuth. "Das müssen sich die vielen Klubs fragen, die wir hinter uns gelassen haben. Wir haben einfach nur eine Wahnsinnssaison hinter uns." Diese wird mit einem Fußballfest am kommenden Samstag gekrönt. Denn dieser vierte Platz in der 2.Bundesliga ist ebenso beachtenswert wie der Aufstieg im vergangenen Jahr.

"Es war eine Saison ohne Schwächephase. Wir haben nicht ein einziges Mal zwei Spiele in Folge verloren", sagte Trainer Norbert Meier. "Das konnte man so nicht erwarten." Ein Aufsteiger, der die Heimtabelle ohne Niederlage mit Abstand anführt, vier Auswärtssiege landete und teilweise begeisternden Fußball gespielt hat, darf sich über einen vierten Platz ebenso freuen wie auf die kommende Saison.

"Ich glaube nicht, dass wir dann die Gejagten sein werden", sagt Andreas Lambertz und schaut voraus. "Es gibt so viele Mannschaften, die sich in der laufenden Spielzeit bereits vorgenommen hatten, vor uns zu stehen. Die werden es in der nächsten Saison besser machen wollen." Deshalb hat Fortunas Kapitän keine Lust, das Ziel Aufstieg für 2011 auszugeben. Da werde es so viele Kandidaten geben, weil auch Mannschaften aus der Bundesliga herunterkommen, die mit aller Macht gleich wieder aufsteigen wollen.

Vor zu großen Erwartungen warnte auch Oliver Fink. "Wir müssen erst einmal die Ereignisse und die Erfolge sacken lassen", sagt der Mittelfeldspieler. "Es ist aber nicht angebracht, zu große Hoffnungen mit dem nächsten Jahr zu verbinden." Das zweite Jahr in der 2. Liga werde nicht einfacher. Da stimmt Ranisav Jovanovic zu. "Es wird wieder ein langer Weg, und es wäre schön, wenn wir das genauso genießen könnten wie in diesem Jahr", sagte der Stürmer, der in Oberhausen beim 1:0-Erfolg trotz noch nicht ganz ausgeheilter Verletzung 65 Minuten durchgehalten hatte.

Dass er neue Sturmpartner erhalten werde, sei völlig normal. "Am liebsten hätte ich Lionel Messi an meiner Seite", erklärte der Mann mit der Nummer 9 auf dem Rücken. Aber die Zeit des Träumens ist ja vorbei. "Ein Spieler, der sich so viel bewegt wie Martin Harnik, würde schon passsen."

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