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Rücklagen sind auch für Fortuna Düsseldorf unverzichtbar​

Kommentar : Rücklagen sind auch für Fortuna Düsseldorf unverzichtbar

Fortuna Düsseldorf kann von Weitsicht und Glück reden, dass wirtschaftlich in der jüngeren Vergangenheit kein zu großes Risiko eingegangen worden ist. In Zukunft muss der Verein wohl vorsichtiger planen.

Am Samstag in einer Woche kehrt wieder der Bundesliga-Alltag ein. Jedenfalls wird gespielt. Ob es sich tatsächlich um Alltag und denselben Sport handelt, den wir kennen und lieben, werden viele Menschen bezweifeln. Die Umfragewerte lassen darauf schließen, dass auch ein Großteil der Fußball-Fans auf einen Wiederbeginn des Profifußball hätte verzichten können. Dass die Sportler und Profiklubs darauf brennen, wieder aktiv zu sein, ist allerdings auch verständlich. Denn das Training allein und der Stillstand der Liga bringt kein Geld in die Kassen.

So schön es sein wird, wieder über Fußball und die schönste Freizeitbeschäftigung zu sprechen und zu diskutieren, dafür ist auf der anderen Seite ein riesiger Aufwand nötig, um den Sicherheits- und Hygiene-Vorschriften gerecht zu werden. Quarantäne-Hotels, eine Masse von Test und ungeklärte Fragen machen das Ganze zu einem Experiment, das schief gehen kann, aber nicht muss, wenn alle vernünftig sind und keine Krankheitsfälle während der Spielrunden auftauchen.

Fortuna Düsseldorf hätte die Situation auch überstanden, wenn die Spielzeit abgebrochen worden wäre. Doch zu welchem Preis? Und genau da muss eine neue Vereinspolitik einsetzen. Denn offensichtlich ist in der Bundesliga viel zu viel auf Kante genäht. Rücklagen für Problemzeiten wurden nur in Ausnahmefällen geschaffen. Zu viel Geld wurde in die Mannschaften gesteckt, um nicht in Abstiegsgefahr oder ganz oben an die Geldtöpfe zu kommen. Falls der Ausfall von neun Spieltagen – wie es jetzt bei einem Abbruch gewesen wäre – tatsächlich zu einem totalen Kollaps der Liga geführt hätte, wäre das schon sehr bedenklich.

In dieser Hinsicht ist Fortunas Vereinsführung – aktuell und in den vergangenen Jahren – nur ein Lob auszusprechen, dass nicht alles auf eine Karte gesetzt und zu viel Risiko eingegangen wird. Die vorsichtige Politik mit insgesamt gemäßigten Spielergehältern im Vergleich zu vielen anderen Klubs der Liga hat sich bewährt und muss wohl in der Zukunft noch konsequenter verfolgt werden.

WZ-Redakteur Norbert Krings Foto: Sergej Lepke