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Fortuna gegen Duisburg: Ratajczaks Rückkehr nach einem unschönen Ende

Fortuna gegen Duisburg : Ratajczaks Rückkehr nach einem unschönen Ende

Der Torwart verhalf Fortuna zum Aufstieg und musste gehen. Heute zählt für ihn nur der MSV.

Düsseldorf. Aus Schaden wird man bekanntlich klug. Als Michael Ratajczak nach einem halben Jahr in Belgiens 2. Liga im Januar 2013 einen Vertrag beim damaligen Drittligisten MSV Duisburg unterschrieb, da ließ er sich in den Kontrakt eine Klausel einbauen. Diese garantierte dem Torhüter für den Fall des Aufstiegs eine automatische Verlängerung seines Arbeitspapieres. Tatsächlich schaffte Ratajczak mit dem MSV dann im Mai 2015 den Sprung in die 2. Liga. So wie er drei Jahre zuvor im Relegations-Krimi auch schon mit Fortuna Düsseldorf aufgestiegen war.

Damals sogar in die Bundesliga. Unvergessen die Bilder, wie die Fans Ratajczak auf Schultern über den Rasen trugen und immer wieder „Rata, Rata“ skandierten. Von Fortuna bekam er zum Dank keinen neuen Vertrag mehr. Und das nach fünf Jahren Treue. Neben Ranisav Jovanovic und später Andreas Lambertz eine weitere unglückliche Personal-Entscheidung.

Am Freitag nun kehrt Ratajczak zum ersten Mal an seine alte Wirkungsstätte zurück. „Ich freue mich, wieder in dieser schönen Arena zu spielen. Aber dabei geht es nur um den MSV. Wir wollen unbedingt die drei Zähler mit an die Wedau nehmen. Denn dieses Derby hat eben eine ganz besonders brisante Ausgangslage“, sagte Ratajczak.

Es ist ein Abstiegs-Duell. Tief im Westen stehen die beiden Nachbarn tief in den Niederungen des Tableaus. Also gilt es, mit Hochdruck an der Punktausbeute zu arbeiten. „Dass Fortuna unten drin hängt, ließ sich vor der Saison sicher nicht erwarten. Daher dürfte es wohl ein sehr hektisches Spiel werden. Ausgerechnet in dem wäre es natürlich wunderschön, wenn wir unseren über 8000 mit nach Düsseldorf kommenden Fans den ersten Auswärtssieg der Saison schenken könnten“, sagte Ratajczak und ergänzte: „Wir wollen die Fortuna im Tabellen-Keller festsetzen.“

Der 33-Jährige sagt dies vorrangig aufgrund der kritischen Situation beim Aufsteiger. Acht Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer bereits. Fünf Zähler sind es zum Relegationsplatz, auf dem die Fortuna steht. Gerade deswegen muss in Düsseldorf der zweite Saison-Sieg her, auch wenn jedem bei den „Zebras“ die Schwere der Mission Klassenerhalt bewusst ist. Angesichts der nach dem Lizenzentzug 2013 weiterhin schwierigen Finanzlage war der Zweitliga-Aufstieg schon fast als „Wunder von der Wedau“ zu bezeichnen.

Dennoch will der MSV natürlich drin bleiben. Sein Torwart blendet daher die Vergangenheit aus. „Ich denke gerne an die Zeit bei Fortuna zurück, auch wenn das Ende sehr unschön war“, sagte Michael Ratajczak.