Pokal: Fortuna Düsseldorf quält sich in Villingen in die zweite Runde

DFB-Pokal, 1. Runde : 3:1 - Ofori und Hennings erlösen Fortuna in Villingen in der Verlängerung

Ein Elfmeter brachte die Führung für den Außenseiter, nachdem die Fortuna zu langsam und ideenlos agiert hatte. Dann aber übernahm der Bundesligisten beim Oberligisten das Kommando, tat sich aber bis zum Ende schwer und konnte erst in der Verlängerung die Siegtreffer durch Ofori und Hennings erzielen.

Eine Sensation lag in Villingen lange in der Luft. Die Schwarzwälder hatten zur Pause in der ersten Pokalrunde noch mit 1:0 gegen die Fortuna aus Düsseldorf geführt. Dem Bundesligisten fiel zunächst nur wenig gegen den Fünftligisten ein. Villingen kämpfte leidenschaftlich, und musste erst nach dem Wechsel Temperaturen und Tempo Tribut zollen. Nana Ampomah traf zum 1:1 für den Favoriten. Mehr wollte den Gästen nach 90 Minuten aber nicht gelingen. Aber in der Verlängerung traf ausgerechnet das große Talent Kelvin Ofori zum Einzug in die zweite Runde. Rouwen Hennings erhöhte kurz vor Schluss auf 3:1.

Eine lange Anlaufphase benötigte die Fortuna eigentlich nicht. Es ging direkt Richtung Villinger Tor. Eine Hereingabe verpasste, Ovuka, der Abwehrchef der Schwarzwälder. Aber auch Rouwen Hennings kam nicht richtig an den Ball. Der Abpraller flog Bernard Tekpetey vor die Füße. Doch Fortunas Außenstürmer traf den Ball aus 13 Metern so schlecht, dass dieser links am Tor vorbei flog. Gefährlich wurde es auch in den nächsten Minuten nur dann, wenn Tekpetey zu einer Aktion startete. Dagegen blieb Nana Ampomah auf der anderen Seite blass, weil er sich nicht richtig durchsetzen konnte.Nach einer Viertelstunde kam Kaan Ayhan nach einer Tekpetey-Ecke aus sieben Metern völlig frei zum Kopfball. Doch sein Aufsetzer flog über das Tor.

Ebenfalls gefährlich war im Gegenzug ein Schlenzer von Damian Kaminski, bei dem Zack Steffen im Tor keine Chance gehabt hätte, weil der Schuss gut platziert war. Doch der Ball strich knapp am rechten Fuß vorbei.

Fortuna spielte zu geduldig, fast ohne Tempo und wartete auf ihre Chance und die Fehler des Gegners. Das Team von Friedhelm Funkel wollte sich keinesfalls überraschen lassen. Die Flanken fanden von beiden Seiten nur ganz selten einen Abnehmer und auch das Spiel in die Spitze war zu unpräzise.

Der Schreckmoment kam dann aber doch in der 41. Minute für die Fortuna. Kaan Ayhan trifft an der Strafraumgrenze den Ball nicht und foult dabei den Villinger Volkan Bak. Schiedsrichter Florian Heft entscheidet auf Elfmeter. Den hätte zwar nicht jeder Unparteiische gegeben, aber den Viedobeweis gibt es in den ersten beiden Runden nicht. Steven Ukoh verwandelte und bringt die Villinger nicht nur in Führung sondern auch an den Rand einer Sensation.

Aus der Pause kam die Fortuna mit veränderter Formation und mit etwas mehr Tempo. Aymen Barkok kam für Oliver Fink und für Bernard Tekpetey wurde für Thomas Pledl ausgewechselt. Der hatte in der 52. Minute die bis dahin beste Chance der Fortuna, als er vom Eck der Fünfmeterraums abzog. Aber der Albaner Andrea Hoxha im Tor der Villinger reagierte glänzend. Danach hatte Nana Ampomah, der nach dem Wechsel deutlich besser zurecht kam, die nächste gute Gelegenheit. Sein Schuss ging aber knapp am rechten Winkel vorbei. In der nächsten Situation behilet er die Übersicht. Matthias Zimmermann hatte frei flanken können. Die Abnahme von Lewis Baker wurde noch abgeblockt, doch Ampomah traf aus zehn Metern zum 1:1 und beruhigte das Spiel der Gäste, die das Spiel jetzt deutlich besser im Griff hatten. Allerdings musste Friedhelm Funkel zum dritten Mal wechseln. Der an der Leiste verletzte Ampomah wurde durch Kelvin Ofori ersetzt, den letzten offensiven Spieler, den Fortunas Cheftrainer noch auf der Bank hatte.

Die nächste Chance hatte Hennings, der aus der Drehung abzog (66.), aber nach links ganz knapp verzog. Villingen kam kaum mehr nach vorne, die Kräfte spielten beim Oberligisten nicht mehr mit. Dennoch wehrte sich der Außenseiter mit allem was er hatte und schaffte es tatsächlich, die Verlängerung zu erreichen. Auch da kämpfte der Oberligist ums Überleben. Erst ein Fehlpass brachte den eingewechselten Ofori so in Position, dass sich dieser drehen und abschließen konnte. Der 18-Jährige traf zum 2:1 und brachte damit die Fortuna, die die letzten 20 Minuten auch noch in Überzahl spielen konnte, - Weißhaar musste nach einer Tätlichkeit gegen Gießelmann (Ellebogen-Check) vom Platz - in die zweite Runde. Ein Glanzstück war dieser Auftritt in Villingen sicherlich nicht. Ob die „Absteiger, Absteiger-Rufe“ dann fair waren, diese Frage stellt sich nicht. Immerhin erzielte Rouwen Hennings noch mit der Hacke ein Tor des Monats zum 3:1-Erfolg. Entschädigen konnte das nicht für eine schlechte Leistung.

Aufstellung:

Villingen: Hoxha - Feger, Vochatzer, Ovuka, Ceylan - Ukoh (117. Wagner), Weißhaar, Wehrle, Bak (58. Serpa) - Yahaijan (64. Berisha), Kaminski

Fortuna: Steffen - Zimmermann, Ayhan, Hoffmann, Gießelmann - Morales, Baker (104. Sobottka) - Tekpetey (46. Pledl), Fink (46. Barkok), Ampomah (61. Ofori)

Kader Fortuna: Kastenmeier - Bodzek, Suttner, Appelkamp, Stöcker

Schiedsrichter: Heft (Neuenkirchen) war ein guter und umsichtiger Spielleiter, der alle kniffligen Entscheidungen richtig entschied (Note: 2).

Zuschauer: 10500

Tore: 1:0 (42./Foulelfmeter) Ukoh, 1:1 (56.) Ampomah, 1:2 (102.) Ofori 1:3 (116.) Hennings

Gelbe Karten: Yahaijan, Wehrle, Feger Serpa / Tekpetey, Barkok, Gießelmann, Hoffmann

Rote Karte: Weißhaar

Beste Spieler: Hoxha / Baker

Spielnote: 1 / 4-

Spielfazit: Insgesamt war es nur aufgrund der Spielanteile ein verdienter Sieg für den Bundesligisten. Es war allerdings alles andere als eine souveräne oder überzeugende Vorstellung und teilweise sogar blamabel, was die Fortuna zeigte.