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Fortuna Düsseldorf: Paul Jäger: Und wir schaffen das

Fortuna Düsseldorf : Paul Jäger: Und wir schaffen das

Nach dem 0:1 gegen den KSC und der dritten Pleite in Folge steht Fortuna auf dem 16. Platz.

Düsseldorf. Irgendwann herrscht dann auch mal absolute Ratlosigkeit — so wie gestern bei den Spielern, beim Trainer und den Funktionären der Fortuna. Nach der völlig überflüssigen 0:1-Niederlage von Fortuna gegen Karlsruhe ist auch die Zeit der floskelhaften Erklärungen beim Fußball-Zweitligisten zu Ende.

Die Frage, warum eine engagierte Fortuna gegen einen harmlosen und nur abwartenden Gegner wie den Karlsruher SC nicht gewinnen kann, mussten sich alle stellen. „Den Spielern kann man keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben“, sagte der Interims-Vorstandsvorsitzende Paul Jäger, der das auch daran festmachte, dass das die Fans der Mannschaft abgenommen haben und sie bis zum Abpfiff und darüber hinaus angefeuert hatten. „Wir brauchen jetzt den großen Schulterschluss in Düsseldorf. Alle müssen mitarbeiten. Und wir schaffen das“, sagte Jäger, der glaubt, dass die Fortuna am Ende mindestens auf Platz 15 landet.

Dem Trainer war die Enttäuschung mehr als anzusehen. Es brodelte in ihm, auch weil er Schiedsrichter Peter Sippel bescheinigte, die Fortuna eindeutig benachteiligt zu haben. „Aber daran will ich die Niederlage nicht festmachen“, sagte Marco Kurz.

Dass eine Mannschaft, die unten drin steht, nicht das Glück hat, ist nicht nur ein Gerücht, sondern ist fast jedes Wochenende im Stadion zu sehen, wo die Fortuna spielt. So wie in der Szene, als Kerem Demirbay in der 15. Minute den Pfosten traf. Eher Unvermögen war aber die Situation bei einem Kopfball von Stürmer Nikola Djurdjic, der aus fünf Meter freistehend den Torhüter des Gegners anköpfte, anstatt für die Führung zu sorgen.

Ohne den verletzten Sercan Sararer fehlte neben Demirbay ein wichtiges spielerisches Element. Es wurde dadurch zu wenig Druck aufgebaut, weil die Flügelstürmer der Fortuna bis auf wenige Ausnahmen abgemeldet waren. Und es fehlt diese Konsequenz in den Offensiv-Aktionen, um auch einmal eine gegnerische Abwehr ins Schwimmen zu bringen.

Die Offensivschwäche rächte sich — wie so oft. Als Karim Haggui sich ausspielen ließ, Dimitrios Diamantakos in die Mitte spielte und Hiroki Yamada zum 1:0 abstaubte. Es war der eine Fehler, der mal wieder zur Niederlage reichte.

Und dann kamen sie doch wieder die Durchhalteparolen, mit denen die Mannschaft offensichtlich aber nicht umgehen kann. „Wir dürfen das endgültige Ziel nicht aus den Augen verlieren. Es sind ja noch neun Spiele“, sagte Trainer Marco Kurz. „Wenn wir klaren Kopf behalten, bleibt das Rennen für den Klassenerhalt offen.“ Michael Rensing sah es nüchtern: „Was sollen wir den jetzt machen. Wir können doch nur weiterarbeiten und alles geben“, sagte der Torhüter. „Man muss es realistisch sehen, so wie es ist. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass bei uns nichts mehr geht. Wir haben gezeigt, dass wir Moral haben.“ Rensing forderte, dass die Mannschaft nun das Glück erzwinge. „Ich hasse Floskeln, aber es bleibt uns nichts anderes übrig als positiv zu bleiben.“ Den kühlen Kopf zu bewahren, fällt allerdings schwer, wenn es so schnell abwärts geht.