Norbert Meier im Interview: „Wir wollen uns etablieren“

Norbert Meier im Interview: „Wir wollen uns etablieren“

Norbert Meier ist fokussiert auf den Ligastart am Samstag. Mit den neuen Spielern ist Fortunas Trainer bislang sehr zufrieden.

Düsseldorf. Norbert Meier ist ein Mensch, der sich eher nach innen freut und öffentlich nicht gerne den großen Zampano darstellt. So war er nach dem Jubel über die tolle Leistung seiner Mannschaft in der langen Pokal-Nacht gegen den HSV schnell wieder da, wo er sich sonst immer aufhält: auf dem Boden der Realität. Wir sprachen mit dem Trainer von Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf über die bevorstehende Saison.

Meier: Das ist vorbei, und wir können uns dafür nichts mehr kaufen. Jetzt müssen wir uns ganz auf das Spiel am Samstag gegen Paderborn konzentrieren.

Meier: Wir freuen uns über diesen ersten Eindruck. Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Und wir müssen schauen, ob Zweitliga-Teams unsere individuellen Fehler so bestrafen, wie das der HSV getan hat.

Meier: Van den Bergh hat bei zwei Toren nicht gut ausgesehen, beim 2:3 hatte er zwei Gegenspieler gegen sich und konnte nicht anderes entscheiden. Aber er hat nach vorne mit sehr viel Tempo gespielt, auch wenn wir an seinen Flanken noch arbeiten müssen. Anderson hat sehr gut gespielt, dafür, dass er in der Vorbereitung angeschlagen war und so oft noch nicht mit den Kollegen trainiert und gespielt hat. Oliver Fink macht das erste Tor, spielt gut und musste dann leider raus. Ebenso wie Christian Weber wird er eine deutliche Verstärkung für uns sein. Und bei Dimitri Bulykin haben wir in seinem ersten Spiel für Fortuna viele gute Ansätze gesehen. Wie er Bälle behauptet und geschickt ablegt, hat mir imponiert.

Meier: Wir haben gute Jungs dazu bekommen, die die Qualität, aber auch den Konkurrenzkampf deutlich erhöhen. Die Saison ist lang, und jeder Spieler wird die Möglichkeit bekommen, sich zu zeigen. Es wurde davon gesprochen, dass ich vor dem Pokalspiel einige Spieler rasiert hätte. Bei einem ausgeglichenen Kader von 26 Spielern wird es immer Härtefälle geben. Aber die Spieler haben dafür Verständnis, und auch ein Axel Lawarée versteht es, wenn er auf der Bank sitzen muss. Ich sage es auch jetzt wieder: Jeder im Team wird gebraucht.

Meier: Die Zusammenarbeit ist sehr konstruktiv, was sich aber auch auf den ganzen Verein bezieht. Die Spieler wissen, dass ich sie nach schwächeren Leistungen nicht an den Pranger stelle. Es rappelt nach Fehlern intern, und dann ist es aber auch gut.

Meier: Marco weiß als zweifacher Familienvater, was es heißt Verantwortung zu übernehmen. Er ist nun auch mit seinen 28 Jahren ein erfahrener Spieler, der in dieser Saison sicherlich noch mehr einbringen wird.

Meier: Ich wünsche mir eine sorglose Saison. Wir wollen uns in der neuen Liga etablieren. Wie ich Düsseldorf kenne, wird man dann in vier, fünf Jahren, mit der 2. Liga nicht mehr zufrieden sein. Aber dann könnte man sich immer noch neue Ziele setzen.

Meier: Es ist kein Nachteil, wenn man als Trainer schon in der ersten und 2.Liga gearbeitet hat. Jedoch hat sich der Fußball in der zweithöchsten Klasse verändert. Noch von einer Klopper-Liga zu sprechen, wäre Schwachsinn. Es wird besserer und schnellerer Fußball als früher gespielt. Viele Tugenden, die uns in der 3. Liga ausgezeichnet haben, werden wir auch jetzt gebrauchen können. Eine starke Defensive ist auf jeden Fall hilfreich. Man weiß aber nicht, wie sich die Mannschaft weiterentwickelt. Die 2. Liga ist ja für viele Neuland.

Meier: Wir werden sicherlich nicht pausenlos nach vorne spielen, weil wir nicht jedes Spiel unbedingt gewinnen müssen. Die Mannschaft wird aber um jeden Ball kämpfen und Ihr Bestes geben.

Meier: Träume haben wir alle genug. Für mich war das Aufstiegsspiel gegen Bremen II mit allem, was daran hing, ein absolutes Highlight meiner Karriere. Ich habe mit Werder Bremen und Gladbach viel erlebt, aber das war etwas ganz Spezielles, ein einmaliges Erlebnis, an das ich mich immer wieder gerne erinnern werde.

Mehr von Westdeutsche Zeitung