„Niemand hat hier einen Bonus“

Henri Heeren will die vergangene Saison vergessen machen und weiterhin Verantwortung in der Mannschaft tragen.

Düsseldorf. Fortunas Abwehrspieler Henri Heeren dreht sich noch einmal um und meint: "Aber bitte nicht so viel über meine Verletzungen schreiben. Das liegt hinter mir." Dann verabschiedet sich der Verteidiger von Drittligist Fortuna Düsseldorf auf sein Zimmer in der Sportschule Bitburg.

Nein, über die vergangene Saison, in der muskuläre Probleme ihn immer wieder zurück warfen, möchte er gar nicht mehr sprechen und sie am liebsten vergessen.

"Es bricht eine neue Saison an. Ich bin fit und werde alles dafür tun, auch fit zu bleiben", sagt Heeren, der dabei auch auf das Können der Physiotherapeuten Sven Michel und Thomas Gucek zählt. "Sie können mir hoffentlich helfen, die Muskulatur soweit zu kräftigen, dass Verletzungen ausbleiben."

Er lerne jeden Tag noch dazu und spüre nun Muskeln an Stellen, wo er bisher gar keine vermutet habe. Von Adduktoren- oder Leistenzerrungen hat er jedenfalls die Nase gestrichen voll. Henri Heeren kann mit seinen 33-Jahren und seiner Erfahrung immer noch eine wichtige Stütze im Team sein.

Nur durfte er das in der vergangenen Spielzeit aufgrund der Verletzungen kaum zeigen. Aber Aufgeben kam für ihn nicht in Frage, genauso wenig wie eine Vertragsmodifizierung sprich Gehaltskürzung, die Fortuna ihm anbot.

"Vertrag ist Vertrag, und ich will ihn bei Fortuna so erfüllen", sagt er. Das Gefühl, dass der Klub auf ihn zählt, hat er nach wie vor: "Sonst wäre ich sicher nicht mehr hier."

Auch dass nur noch Andreas Lambertz als Mannschaftskapitän wahrgenommen wird, und nicht mehr er als offiziell gewählter Spielführer, hat er abgehakt: "Ich war Kapitän, das war letzte Saison. Aber ich trage dennoch Verantwortung in der Mannschaft."

Große Verantwortung trägt der Niederländer auch für sich ganz persönlich. Es ist mit 33 Jahren sein letzter großer Anlauf im Profifußball. Er will es noch einmal wissen und mithelfen, die Fortuna in die 2. Liga zu bringen.

"Meine Einstellung ist es zwar sowieso, immer alles zu geben, aber ich habe eben dieses eine Ziel vor Augen", sagt Heeren. Und er will es auf dem Platz erreichen. Dafür gibt er hier in Bitburg im Training Gas. Denn auch er weiß, dass seine Erfahrung für Trainer Norbert Meier keine Stammplatzgarantie bedeutet: "Niemand hat hier einen Bonus", sagt Heeren, der sich auf der Position des linken Verteidigers gegen den jungen Fabian Hergesell durchsetzen muss.

Gelingt ihm das und bleibt er in der neuen Saison gesund, wird er sich keine Gedanken mehr darum machen müssen, ob in Verbindung mit ihm nur über seine Verletzungen gesprochen oder geschrieben wird.

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