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Niederlage gegen Kiel: Fortuna lässt Disziplin vermissen

Fortuna Düsseldorf unterlag bei Holstein Kiel mit 1:2 : Fortuna lässt Disziplin vermissen

Fortuna lässt bei der 1:2-Niederlage in Kiel fast alles vermissen, was im Fußball zum Erfolg führen kann: Disziplin, Kreativität, Durchschlagskraft. In der zweiwöchigen Pause will das Team zusammenfinden.

Klaus Allofs war darum bemüht, das Spiel maximal diplomatisch zu analysieren. Und so versuchte der neue Vorstand für Fußball und Entwicklung darauf hinzuweisen, dass es Fortunas Mannschaft beim bitteren 1:2 in Kiel nicht am Willen gefehlt habe. „Möglichkeiten waren da, aber es hat einfach nicht gereicht“, sagte Allofs. „Und natürlich war die Aktion von Kevin Danson unnötig. Das hätte er besser lassen sollen.“ Mit dieser „Aktion“ meinte der 63-Jährige die Situation, als Danso nach dem berechtigten Handelfmeter für die Kieler dem Schützen Alexander Mühling den Ball vom Punkt schnappte. Patrick Ittrich verwies die Leihgabe aus Augsburg daraufhin den Feldes.

Uwe Rösler fand dagegen deutlichere Worte, das Geschehen einzuordnen. „Wir sind natürlich enttäuscht. Wir haben 30, 35 Minuten in der ersten Halbzeit hergeschenkt“, bekundete der Düsseldorfer Cheftrainer. „Kein Ballbesitz, unterirdische Zweikampfwerte. Die Verletzung von Matthias Zimmermann hat uns komplett aus dem Gleichgewicht gebracht.“ Harte, aber gerechte Kritik. Der Führungstreffer der Holsteiner, unglücklich zustandegekommen durch Florian Hartherz’ Eigentor, ließ Fortuna in absolut bedenklicher Weise in sich zusammenstürzen.

Uwe Rösler: „Wir haben Holstein quasi eingeladen“

„In der zweiten Halbzeit hat dann das Momentum komplett gewechselt“, befand Rösler. „Wir waren mutig, machen den Ausgleich, hätten ein oder zwei Tore mehr machen können. Für mich war es danach unbegreiflich, warum wir es nicht durchgezogen haben. Dann haben wir zu passiv verteidigt und Holstein quasi eingeladen. Der dritte Elfmeter im dritten Spiel ist einfach zu viel.“ Die folgende Szene mit Danso wollte er erst einmal sacken lassen. „Das müssen wir unaufgeregt analysieren“, sagt Rösler. „Das darf natürlich einem Spieler mit seiner Erfahrung nicht passieren.“

Thomas Pledl, der mit einem entschlossenen Antritt das Eigentor des Kielers Jonas Meffert zum 1:1 eingeleitet hatte, war enttäuscht, dass Fortuna sich für einen couragierten Zwischenspurt nicht belohnt habe. „Die ersten 15 Minuten waren okay, dann haben wir den Faden komplett verloren“, analysierte der Außenstürmer, noch einer der Besseren in einem lange Zeit von allen guten Geistern verlassenen Team. „Dann waren wir klar besser und machen verdient den Ausgleich. Und dann schenken wir es so her.“

Kiel habe es gut gemacht, fuhr Pledl fort, „aber wir haben es selbst verschuldet. Wir waren nicht nah genug dran. Es hat einfach nicht so gepasst. Man hat gesehen, dass wir es eigentlich können. Wir haben die Qualität, es besser zu machen.“ Der Bayer richtete den Blick auf die unmittelbare Zukunft: „Jetzt haben wir zwei Wochen Zeit, damit wir danach richtig starten. Es ist extrem wichtig, dass wir uns noch etwas aufeinander einspielen können. Wir müssen unseren Plan noch verfeinern.“ Wie Pledl präsentierte sich auch Kapitän Adam Bodzek zuversichtlich, dass Fortuna alsbald ein anderes Gesicht zeigen werde. „Natürlich hätten wir mehr Punkte holen können, besonders heute“, sagte der Mittelfeldspieler. „Ob noch Spieler kommen? Die Frage müssen Sie anderen im Verein stellen.“ Uwe Rösler wollte sich indes auch nicht mehr in die Karten blicken lassen. „Wir haben uns zusammengesetzt und unsere Wünsche miteinander besprochen“, antwortete der Chefcoach auf entsprechende Nachfrage. „Wir saßen am Samstag mit Thomas Röttgermann, Klaus Allofs und Uwe Klein zusammen. Ich denke, es ist klar, was wir wollen und sind da einer Meinung. Nun müssen wir schauen, was davon auch tatsächlich umsetzbar ist.“ Doch so wichtig es wäre, den Kader zu verstärken: Das Hauptaugenmerk muss darauf liegen, dumme Fehler abzustellen.