Nach Wolfsburg-Spiel: Endlich kann Fortuna den Punkt festhalten​

Fußball : Diesmal hält Fortuna den Punkt fest

Das Team von Friedhelm Funkel konnte die spielerischen Schwächen beim 1:1 gegen Wolfsburg durch Kampfgeist und Leidenschaft wettmachen. Die Breite ist da, an der Spitze fehlt es laut Trainer noch.

Weil die Leistung seines Teams gestimmt hat, war es für Friedhelm Funkel zu „100 Prozent ein gewonnener Punkt.“ Die Voraussetzungen waren nicht so günstig, da die Fortuna beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg auf eine Handvoll wichtiger Spieler verzichten musste. Die Mannschaft hat zudem ein Spiel über die Ziellinie bekommen, das vielleicht zu Beginn der vergangenen Saison noch verloren gegangen wäre – vielleicht durch einen vermeidbaren Fehler. Das hatte Fortunas Trainer damals auch oft genug gefordert, dass seine Mannschaft bis zur letzten Sekunde konzentriert sein muss und auch einen Punkt oder einen Sieg mal festhalten müsste. Das ist zuvor noch zu selten gelungen.

Diesmal hatte die Fortuna gerade in der letzten halben Stunde des Spiels gegen Wolfsburg wenig Möglichkeiten, um vorne noch einmal ein Ausrufezeichen zu setzen. So musste die Abwehrarbeit bis zum Abpfiff konzentriert und fehlerlos verrichtet werden, um diesen Punkt zu behalten. In dieser Hinsicht ist auf jeden Fall ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Vorjahr zu erkennen.

Stolz ist Fortunas Trainer auf die Einsatzbereitschaft, die seine Mannschaft an den Tag gelegt hat. Natürlich hebt Funkel dabei auch die beiden Oldies, Oliver Fink und Adam Bodzek heraus, die gerade in Sachen Einsatz die Vorbilder für die anderen Spieler des Funkel-Teams waren. „Es ist vorbildlich, wie die beiden ihre Zweikämpfe führen. Und wie die Mannschaft dann vom Publikum getragen wurde, ist einfach überragend“, sagte der Trainer. Da ist der Funke zwischen Rasen und Tribünen hin- und hergesprungen. Das hat der Mannschaft – wie alle Spieler es hinterher betonten –  sehr geholfen.

Kownacki bleibt für Funkel ein Hoffnungsträger

Doch eine wirkliche Druckphase mit vielen Chancen des Gegners gab es eigentlich nicht. In Sachen Ballbesitz waren die Wolfsburger zwar im Vorteil, aber bei den gewonnenen Zweikämpfen hatten die Gastgeber ein Plus, obwohl die Defensiv-Zentrale sowohl im Mittelfeld, als auch in der Abwehr umgebaut worden war. Robin Bormuth spielte sehr ordentlich, obwohl er vor dem Ausgleich der Niedersachsen getunnelt worden war. Auch der bisher so starke Alfredo Morales wurde durch Lewis Baker gut ersetzt. Der Engländer im Team der Fortuna hat noch ein deutlich größere Potenzial.

Dass die Mannschaft damit zeigt, dass sie über eine größere Breite verfügt, wollte Funkel nicht so stehen lassen. „Wir haben auch in der vergangenen Saison oft gewechselt, ohne dass wir da Probleme bekommen hätten“, sagte Funkel. Die Mannschaft sei reifer geworden. „In der Spitze haben wir jedoch Spieler verloren, die wir auf Strecke ersetzen müssen. “

Ein Hoffnungsträger in dieser Hinsicht ist für den Trainer weiterhin Dawid Kownacki, der erstmals seit dem letzten Rückrunden-Auswärtsspiel in Dortmund mal wieder über 90 Minuten auf dem Platz stand. Funkel: „Dawid ist noch ein stückweit davon entfernt, dass er uns mal richtig weiterhelfen kann. Aber er hat viel nach hinten gearbeitet und großen Einsatz gezeigt.“ Kownacki soll nun die nächsten Tage etwas geschont werden, um ihn nicht zu überlasten. „Er kann sich jetzt noch nicht so gut durchsetzen. Was er jetzt aber macht, ist trotzdem völlig okay.“

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