Mit Herz zum Sieg gekämpft

Die Fortuna überzeugt in Aachen. Die Kollegen machen Lambertz-Fehler wett.

Düsseldorf. Für Jens Langeneke war vor dem Spiel ganz klar: "Wenn wir in Aachen nichts machen, dann haben wir mit dem Aufstiegskampf nichts mehr zu tun." Dass die Mannschaft von Fortuna Düsseldorf um die Bedeutung dieser Zweitliga-Begegnung bei Alemannia wusste, machte aber nicht nur der Spruch des Abwehrchefs der Gäste deutlich.

Mit großem Engagement ging der Aufsteiger zu Werke. Ohnehin hatte Trainer Norbert Meier auf die Karten Kampfkraft und Laufbereitschaft gesetzt. So war überraschend Spielgestalter Marco Christ nur auf der Ersatzbank geblieben. "Ein Mittelfeld mit Lambertz und Christ war mir körperlich zu klein gegen die langen Aachener Kerls", sagte Meier.

Fortunas Trainer hatte nicht auf den Kapitän verzichten wollen und hatte damit die richtige Nase. Denn Lambertz machte eines seiner besten Saisonspiele. Er war vorne und hinten gleichermaßen zu finden, gewann viele Zweikämpfe und leitete einige gefährliche Konter ein. Allerdings fehlte dem Mann mit dem großen Kämpferherzen da erneut die letzte Genauigkeit.

Dennoch wurde, wie der Trainer es geahnt hatte, das Spiel im Mittelfeld entschieden. Denn die Aachener wurden nur bei Standardsituationen gefährlich - mit Kopfbällen naürlich. Zum Leidwesen der Gastgeber hatte Fortunas Schlussmann Michael Ratajczak aber einen starken Tag erwischt. Nur einmal segelte er am Ball vorbei, Kollege van den Bergh rettete aber nach einer Stunde auf der Linie.

Für die letzten 20 Minuten kam dann doch Marco Christ, um die immer zahlreicher werdenden Konter besser auszuspielen. Doch das vorentscheidende Tor wollte einfach nicht fallen, weil die letzte Präzision fehlte.

Bitter wurde es in der Schlussphase, weil ausgerechnet Andreas Lambertz eine große Dummheit beging, als er einen Ball, der ins Aus gegangen war, wieder zurück ins Feld beförderte, obwohl längst weitergespielt wurde. Der Schiedsrichter zeigte Fortunas Kapitän die Gelb-Rote Karte. Seine Kollegen und die Fans auf der Tribüne erkämpften aber den so wichtigen Auswärtssieg.

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