Meiers Bauchgefühl ist für viele Punkte gut

Meiers Bauchgefühl ist für viele Punkte gut

In der zweiten Hälfte hat sich die Fortuna das Unentschieden verdient.

Paderborn. Es war wohl eine von diesen Entscheidungen "aus dem Bauch heraus". Fortuna-Trainer Norbert Meier brachte den neuesten Zugang Torsten Oehrl in Paderborn von Beginn an, obwohl der Stürmer erst zwei Trainingseinheiten beim Fußball-Zweitligisten absolviert hatte. "Naja, er konnte ja nicht viel falsch machen", sagte Meier und ließ ein breites Grinsen folgen.

Der 24-jährige Stürmer präsentierte sich tatsächlich ganz ordentlich, sein Lattentreffer gehörte zu der Hand voll klarer Chancen der Gäste. "Er konnte völlig unbelastet ins Spiel gehen und hat sich bemüht. Das war ein ordentlicher Einstand", sagte Meier, der in den kommenden Tagen verstärkt sein Bauchgefühl bemühen muss.

Denn durch die Verringerung der Rot-Sperre von Ranisav Jovanovic hat er am kommenden Freitag zum Spiel gegen Union Berlin wieder drei Top-Stürmer zur Verfügung. Setzt er also auf das Ex-Bremer-Duo Oehrl und Martin Harnik? Oder auf die besten Torschützen der bisherigen Saison, Jovanovic (7) und Harnik, der mit dem Ausgleich in zum 1:1-Endstand in Paderborn sein Konto auf neun Treffer ausbaute?

In jedem Fall war es wohl auch eine "Bauchgefühl"-Entscheidung, zur Halbzeit Marco Christ einzuwechseln. Meier: "Er hat ordentlich Dampf gemacht." Letztlich war es eine sehr weise Wahl, denn Christ bereitete nicht nur den Ausgleich per Eckstoß vor, sondern hätte auch beinahe selbst getroffen, schob den Ball aber knapp am Tor vorbei. "Für das erste Pflichtspiel nach rund acht Wochen war das doch sehr ordentlich, in Normalform treffe ich ihn vielleicht besser", sagte Christ.

Hätte Lambertz kurz nach dem Rückstand bereits zum 1:1 getroffen, wäre der Fortuna-Schwung der bisherigen Saison vielleicht eher zurückgekommen. So wurde es am Ende ein verdientes Unentschieden - auch in der Statistik, die Meier gar nicht gerne liest. Jeweils 50 Prozent Ballbesitz und gewonnene Zweikämpfe sprechen aber für ein gerechtes Ende.

"Das muss selbst ich mal zugeben", erklärte Meier. Gefallen habe ihm, dass die Mannschaft nach dem Rückstand zurückgekommen war. Missfallen, dass die Euphorie nach dem Ausgleich fast nach hinten losgegangen wäre. "Da sind plötzlich alle locker, fröhlich, frei nach vorne gerannt." Am Freitag gegen Union Berlin (18 Uhr) könnte seine Mannschaft dann ja wieder zur Ordnung zurückkehren.