Meier vertraut jungem Kruse

Zweitligist Fortuna investiert in die Zukunft und verpflichtet den 22-jährigen Australier.

Düsseldorf. Perspektivisches Handeln war in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht immer die Stärke von Fortuna Düsseldorf. Doch die launische Diva von einst hat sich offenbar gewandelt.

„Wir warten nicht nur auf das Ende der Saison, sondern planen bereits strategisch für die kommende Spielzeit“, sagte Fortunas Vorstandssprecher Peter Frymuth auf der Pressekonferenz, bei der der 22-jährige Australier Robbie Kruse vorgestellt wurde. „Für uns ist die Verpflichtung von Kruse die Fortsetzung des Prozesses, um die Mannschaft weiterzuentwickeln“, erklärte Frymuth.

Einen Tag zuvor hatte Kruse beim Testspiel seiner australischen U 23, das 0:1 gegen Fortuna verloren ging, keine Bäume ausgerissen. Das war laut Trainer Norbert Meier der Tatsache geschuldet, dass er nicht einmal 24 Stunden später offiziell als Neuzugang des Traditionsklubs präsentiert werden sollte.

„Dass er sich vor diesem Hintergrund gegen seine künftigen Kollegen etwas zurückhält und niemanden weggrätscht, ist wohl verständlich“, sagte Fortunas Trainer, der sich geärgert hatte, dass der „Neue“ in den Medien nur auf seine Leistung in den 90 Minuten reduziert worden sei.

„Wenn Robbie 40-facher australische Nationalspieler wäre, hätte ich ja Verständnis für die Kritik“, sagte Meier. „Er ist mit seinen 22 Jahren noch kein fertiger Spieler, aber er ist entwicklungsfähig.“

Das Potenzial von Kruse habe man erkannt, und die Fortuna wolle ihm Zeit geben, sich zu entwickeln und an die neuen Lebensumstände zu gewöhnen. Kruse selbst lächelte tapfer in die Runde, drückte seine Freude aus, demnächst für „einen wundervollen Klub spielen zu dürfen“.

„Ich möchte dazu beitragen, mit der Mannschaft attraktiven Fußball zu zeigen“, erklärte der Australier, der keine deutschen Vorfahren hat. Kruse erzielte 16 Treffer in 39 Spielen für den Erstligisten Melbourne Victory in der australischen A-League.

Fortuna hat schnell gehandelt, um Kruse zu verpflichten. „Das ist für uns lebensnotwendig“, sagt Meier. „Nur mit dieser Schnelligkeit können wir gegen Klubs halbwegs mithalten, die einen deutlich höheren Etat haben.“ Perspektivisches Handeln scheint bei Fortuna tatsächlich eine Zukunft zu besitzen.

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