Meier: „Fußball ist ergebnisorientiert“

Meier: „Fußball ist ergebnisorientiert“

Norbert Meier versucht trotzdem, die positiven Aspekte aus der 0:1-Niederlage herauszustreichen.

Düsseldorf. Hätte, Wenn und Aber zählen im Profifußball nicht. Das hat nicht nur Fortunas Trainer Norbert Meier oft genug erklärt. Die Chancen, die die Fortuna in Freiburg bei der unnötigen 0:1 (0:0)-Niederlage am Sonntagabend vergeben hat, zeigen, dass es zu einer Mannschaft wie dem SC Freiburg noch gravierende Unterschiede gibt.

Die Breisgauer sind auch deshalb Fünfter in der Fußball-Bundesliga, weil ihnen weniger Fehler als dem Gegner unterlaufen sind und sie selbst einen entscheidenden der Düsseldorfer nutzen konnten. Oder andersherum: Die Mannschaft von Norbert Meier ist noch nicht abgebrüht genug, um die durchaus vorhandenen Schwächen der Freiburger zu nutzen, um selbst einen Big Point zu landen.

„Zunächst einmal überwiegen der Ärger und die Enttäuschung. Aber natürlich können wir etwas aus dieser Niederlage lernen“, erklärte Leon Balogun. Mitspieler Stefan Reisinger brachte es dann auf den Punkt: „Vor dem gegnerischen Tor müssten wir noch abgeklärter unsere Chancen nutzen.“ Oliver Fink und Andreas Lambertz, die in der Schlussphase des Spiels noch beim Stand von 0:0 frei vor SC-Torhüter Oliver Baumann auftauchten, können davon ein Lied singen.

In der ersten Hälfte hat die Fortuna-Defensive schon wenig zugelassen und nach der Pause sogar selbst mehr vom Spiel gehabt. „Wir haben eigentlich nahtlos an der guten Defensivleistung gegen Stuttgart angeknüpft“, sagte Norbert Meier. „Was die Einstellung und das Umsetzen der Taktik angeht, haben wir eine gute Leistung gebracht“, erklärte Norbert Meier, der die disziplinierte Leistung seiner Spieler lobte und sich nur über den „Fauxpas“ seines Torhüters ärgern musste. „Den Punkt hätten wir uns verdient, aber in der Realität ist der Fußball ergebnisorientiert.“ Und so habe sich die Mannschaft nicht für ihren Aufwand belohnt.

Robbie Kruse gehörte auch in Freiburg wieder zu den besten Düsseldorfern. Seine Auswechslung zehn Minuten vor dem Ende des Spiels war eine Reaktion Meiers auf die vielen Spiele über 90 Minuten in der jüngsten Vergangenheit. „Er ist das ja nicht so gewohnt“, sagte Meier, der im Vorfeld ein wenig sauer auf seinen Kollegen Holger Osieck war. Mit dem Trainer der australischen Nationalmannschaft war eigentlich abgesprochen, dass Kruse in Rumänien nur eine Hälfte für die „Aussies“ spielen sollte. Doch Kruse musste dort bis zum Schlusspfiff durchhalten und stand erst am Freitag wieder im Fortuna-Training.

„Natürlich sind wir jetzt angefressen, weil auch der Aufwand so hoch war, aber wir sind nicht vorgeführt worden und sollten uns die Stimmung nicht ganz verderben lassen.“

Da der Trainer von Fortuna Düsseldorf zumindest als leicht abergläubisch gilt, wird es künftig wohl kein Auswärtsspiel in weißen Trikots mehr geben. Nach den Niederlagen in Mainz, Leverkusen und Offenbach brachten die blütenweißen Trikots auch in Freiburg kein Glück. „Jetzt weiß ich das, und ich werde mich mit Händen und Füßen dagegen wehren. Da muss ich noch mal mit Aleks Spengler (Fortunas Zeugwart Anm. der Redaktion) reden“, sagte Meier. Und die Probleme der Fortuna, am Karnevalswochenende im deutschen Süden Punkte zu holen, ist an dieser Stelle bereits ausführlich beschrieben worden. Auch diesmal gab es eine Niederlage.

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