Matthias Zimmermann ist ein Vorbild für seine Mitspieler

Fortuna Düsseldorf : „Wir rücken noch enger zusammen“

Fortunas Profi Matthias Zimmermann lobt das „Super-Teamgefühl“ seiner Mannschaft. Er lebt eine positive Einstellung vor.

Es gibt selbst bei der Fortuna Profis, die sich nur in Worthülsen hüllen oder Allgemeinplätze von sich geben. Matthias Zimmermann ist dazu der Gegenentwurf. „Ich habe einige Täler durchschritten und nicht immer so positiv nach vorne geschaut, wie ich es jetzt tue“, sagt der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler des Bundesliga-Aufsteigers. „In diese Abwärtsspiralen lasse ich mich nicht mehr reinquatschen. Ich möchte morgens aufstehen und glücklich sein.“ Er sei inzwischen immer ehrlich im Umgang mit anderen Menschen. „Das trifft in unserer Branche nicht auf alle Spieler zu“, sagt der gebürtige Pforzheimer, der beim Karlsruher SC groß geworden und danach bei Borussia Mönchengladbach nicht glücklich geworden ist.

Zimmermann hat aber nicht nur als Fußballspieler Rückschläge hinnehmen müssen. „Irgendwann war ich mal in der vierten Liga angekommen“, sagt er. Auch in der Familie gab es nicht nur sonnige Tage. Der Tod seines Bruders habe ihn geprägt. „Da habe ich gespürt, dass Fußball nicht alles und der alleinige Lebensmittelpunkt sein kann“, meinte der quirlige Kämpfer, der in dieser Saison bei der Fortuna zu den besten und beständigsten Feldspielern zählt. Starken Rückenwind für ihn gab es jetzt am Samstag durch seine Hochzeit. „Ich hatte ein sehr schönes Wochenende mit Lea und meiner Familie. Großartig anders fühlt es sich aber nicht an, weil wir ja schon sieben Jahre zusammen sind“, erklärte „Zimbo“ mit einem Grinsen. „Es war aber mal Zeit, die kleine Familie auch offiziell zu gründen. Es gibt auf jeden Fall noch ein schöneres Gefühl.“

Ein anderes Gefühl will der 26-Jährige allerdings nicht noch einmal erleben. „Ich bin mit zwei Vereinen aus der Bundesliga abgestiegen, das möchte ich nicht noch einmal durchmachen.“ Deswegen fordert er auch von seinen Kollegen, das Grübeln zu lassen, oder wie er es ausdrückt, „den Kopf mal auszuschalten“, um erfolgreich zu sein. „Wenn wir noch enger zusammenrücken, erreichen wir unser großes Ziel auch“, sagt Zimmermann und erklärt, dass er sich sehr wohl in dieser Super-Mannschaft fühlt. „Jeder ist für jeden da und gönnt dem anderen den Erfolg. Wir ticken alle in die gleiche Richtung.“ So etwas habe er lange nicht mehr bei einem Verein erlebt.

Für die Fortuna ist Zimmermann eine unverzichtbare Stammkraft

Die Hoffnung aufzugeben, ist für Zimmermann keine Option. „Jedes Spiel geht wieder bei 0:0 los und wir können gegen jede Mannschaft bestehen“, bemüht er dann doch zwei Floskeln. „Mit dem 4:1 gegen Hertha hat auch keiner gerechnet, oder mit dem Punkt in München.“

Deshalb bleibt Zimmermann trotz der Enttäuschung von Bremen positiv. „Wir haben den geilsten Job“, sagt er. „Es gibt so viele schwere Schicksale auf dieser Welt. Also leb Dein Leben mit Freude.“ Es sei für ihn nicht immer so leicht gewesen, über sich und sein Leben zu sprechen. Auch das hat er gelernt und sich längst in der Mannschaft von Fortuna Düsseldorf zu einer Stammkraft entwickelt, auf die der Trainer nicht verzichten will. In allen 14 Spielen der Fortuna in der Bundesliga stand er auf dem Feld, erzielte ein Tor und gab drei Torvorlagen. Trotz dem Kribbeln vor jedem Spiel, freut sich Zimmermann auch auf die Winterpause. Dann geht es in die Flitterwochen nach Dubai. Von dort will er  „viel Power mitbringen“. Aber vorher sollen noch Punkte gegen Freiburg, Dortmund und in Hannover rausspringen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung