Markus Suttner will eine Alternative für Fortunas linke Seite sein

Fortuna Düsseldorf : Markus Suttner will eine Alternative für Fortunas linke Seite sein

Markus Suttner ist aber nicht nach Düsseldorf gekommen, um ausschließlich als Nothelfer zu fungieren. Er möchte sich einen Platz in der Mannschaft erkämpfen.

Mit Schnee kennt sich Markus Suttner aus. Er ist zwar in Niederösterreich (Hollabrunn) geboren, aber als leidenschaftlicher Ski- und Snowboardfahrer fühlt er sich auf diesem Untergrund wohl. Beim Training am Dienstagnachmittag fielen die ersten Flocken, an ein Wintervergnügen dachte der 31-Jährige in diesen Momenten aber nicht. Denn es war trotz der eisigen Temperaturen konzentrierte Trainingsarbeit angesagt. Und für Markus Suttner ist es wichtig, sich zu präsentieren. Er möchte so schnell wie möglich zum Einsatz kommen. Denn das letzte Halbjahr war zumindest in sportlicher Hinsicht ernüchternd. In Brighton & Hove Albion kam Suttner nicht mehr zum Zuge.

„Bis zum Winter hatte ich mir die Frist gesetzt, dann wollte ich woanders mein Glück versuchen“, sagt Suttner, der in seinem ersten Jahr in England in der Hinrunde noch relativ regelmäßig zum Einsatz gekommen war. Dann wurden die Einsätze wegen einer Verletzung weniger, und zur aktuellen Saison hatte man ihm einen neuen Spieler aus Brasilien vor die Nase gesetzt.

Mit Rücksicht auf seine Familie brach er die Zelte auf der britischen Insel nicht unverzüglich ab. Denn seit vier Monaten ist Theo Suttner auf der Welt und hält den stolzen Vater vor allem nachts ganz schön auf Trab. „Es gab schon mal Zeiten, da habe ich mehr geschlafen“, sagt Suttner, bei dem „a bisserl“ der Wiener Schmäh rauskommt. „Das versuche ich aber in der Kabine zu vermeiden, sonst versteht mich ja koaner.“

Ganz richtig ist das nicht, denn Kevin Stöger stammt auch aus Österreich und freut sich, dass ein weiterer Spieler die österreichische Tradition bei der Fortuna fortführt. Bei mehreren anderen österreichischen Ex-Fortunen wie Robert Almer und Michael Liendl hat sich Suttner übrigens erkundigt, ob die Fortuna als Verein zu empfehlen sei. „Da gab es offensichtlich nichts Negatives zu berichten“, sagt der 31-Jährige lächelnd.

Mit Gießelmann wird Suttner um den Stammplatz konkurrieren

Die Aufnahme im Mannschaftskreis war reibungslos, und Suttner fühlte sich von Anfang wohl. „Man spürt sofort, dass diese Mannschaft vom Teamgeist lebt. Es kommt mir zugute, so kann ich mich schnell einleben.“ Seine Frau und seinen Sohn möchte er schnell nach Deutschland holen. Eine feste Bleibe sucht Suttner jedoch zunächst nicht, nur eine Übergangslösung. Da die Familie  in Brighton eine Wohnung hat und sein Vertrag noch ein Jahr dort läuft. Das ist aber kein Grund, um jetzt bei der Fortuna die Beine hochzulegen.

Er ist gekommen, um wieder spielen zu können. Als Linksverteidiger hat er in Niko Gießelmann seinen direkten Konkurrenten um einen Stamm- oder Startelfplatz. „Ich werde mich anbieten und mein Bestes geben. Letztlich muss der Trainer entscheiden, wie er mit mir plant“, sagt Suttner, der in seiner Zeit beim FC Ingolstadt auch als Torschütze und Torvorbereiter erfolgreich war. „Meine Stärken liegen nicht nur in der aggressiven Abwehrarbeit“, sagt er. „Ich kann gut flanken, das weiß ich.“

Ärger mit dem direkten Konkurrenten auf seiner Position habe er noch nie gehabt. „Es wird ein gesunder Konkurrenzkampf, ich will kein böses Blut erzeugen.“ Und er könne auch im linken Mittelfeld spielen. Dass das bei Fortuna funktioniert, haben Matthias Zimmermann und Jean Zimmer auf der rechten Seite schon bewiesen.

Grundsätzlich ist die ganze Situation ein „Restart“. Nur auf der Tribüne sitzen will Suttner nicht. „Ich freue mich jedenfalls, dass ich hier bin.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung