Lawarée sagt leise Servus

Der Fortuna-Stürmer beendet seine Profi-Karriere und hofft vor dem Spiel gegen Rostock auf einen letzten Zweitliga-Einsatz.

Düsseldorf. Fortuna-Stürmer Axel Lawarée hat sich entschieden: Der 36-jährige Belgier spielt demnächst lieber beim Landesligisten Tus Bösinghoven und baut an einer beruflichen Karriere abseits des Fußballplatzes. Lawarée war 2007 vom FC Augsburg nach Düsseldorf gekommen, hatte zuvor fünf Jahre in der österreichischen Liga für Bregenz und Rapid Wien gespielt.

In den vergangenen zwei Jahren war er Stammspieler bei der Fortuna, in dieser Saison kam Lawarée - auch aus Verletzungsgründen - nur auf fünf Einwechslungen in der 2. Liga. Am Sonntag feiert er seinen Abschied von der Profi-Karriere im Spiel gegen Hansa Rostock (15 Uhr, Arena). Die WZ fragte nach.

Lawarée: In meiner Karriere als Fußballprofi war ich an einem Punkt, am dem ich mich entscheiden musste. Weiterzumachen wäre sehr schwer geworden, also werde ich in Bösinghoven Fußball spielen und mich ansonsten einem neuen Geschäft zuwenden. Mit Thomas Becks habe ich in Mönchengladbach bereits etwas aufgebaut, wir werden als Dienstleister für die Agentur "Starfactory" arbeiten.

Lawarée: Ich bin jetzt rund 15 Jahre Fußballprofi und habe mir Gedanken gemacht, was dabei oft gefehlt oder nicht gepasst hat. In diese Lücke stoßen wir und helfen den Spielern mit einigen Partnern unter anderem bei Ausrüster-Verträgen, Immobilienberatung und Steuerangelegenheiten. Wichtig ist für mich, dass wir im Gegensatz zu manchem Spielerberater den Profi als Mensch behandeln und nicht als Ware.

Lawarée: Das ist klar. Ich hatte in meinen Augen eine gute Vorbereitung gespielt. Dann wird plötzlich Dimitri Bulykin geholt, und das hat mir schon weh getan. Dann spielt er nicht so gut, und ich habe keine Chance etwas zu zeigen, weil ich verletzt bin. Das war schon bitter. Ich hätte gerne noch ein paar Spiele in dieser Saison gemacht.

Lawarée: Ich akzeptiere die Situation. Ich wollte ohnehin nie schlechte Stimmung verbreiten, das ist nicht mein Fall. Für die Mannschaft und für mich habe ich immer das Beste gegeben, aber im Fußball passieren eben Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Man muss es positiv sehen, insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der gesamten Karriere.

Lawarée: Im Training kämpfe ich darum, wieder im Kader zu sein. Wenn ich die Möglichkeit bekomme, zu spielen, wäre das überragend. Ein Geschenk für mich. Wenn es nicht klappt, wäre es auch kein Problem. Es war und ist eine überragende Saison, die Fans werden sicher ihren Spaß haben. Ich wünsche mir, dass wir in der Arena ungeschlagen bleiben. Gegen Rostock zu gewinnen, wird allerdings schwer, die brauchen noch jeden Punkt gegen den Abstieg.

Lawarée: Die freuen sich mit mir, aber jetzt müssen wir alle mal schauen, wie es funktioniert. Plötzlich mache ich etwas ganz anderes, das kenne ich selbst nicht, und wird auch für meine Familie anstrengend. Aber leider kann ich ja nicht Fußball spielen, bis ich 65 bin.

Lawarée: Die Erinnerungen an die Erfolge, zuletzt der Aufstieg mit der Fortuna im vergangenen Jahr. Dazu habe ich mir überall eine besondere Beziehung zu den Fans aufgebaut. Deshalb danke ich auch den Fortuna-Fans, die mich im vergangenen Jahr während meiner Verletzungszeit so unterstützt haben. Da treffe ich bestimmt viele mal wieder, ich bleibe ein Fortune. Genauso wie ich zu Rapid Wien zurückkommen kann und dort gute Bekannte treffe. Titel, Pokale und solche Dinge sind mir nicht so wichtig, Kopf und Herz sind das, was zählt und was stimmen muss.

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