Lange Wettkampfpause ist für den 36-Jährigen beendet

Fortuna Düsseldorf: Fortunas Kapitän ist wieder an Bord

Fussball Oiver Fink steht im Kader für das Spiel am Samstag gegen Hertha BSC. Trainer Funkel fordert die Spieler auf, in den Kampfmodus umzuschalten.

Selbst für den Trainer war es jetzt eine Überraschung. Eigentlich wollten Friedhelm Funkel und sein Kapitän zuvor noch einmal in der U 23-Mannschaft der Fortuna testen, wie es um die Fitness und Spielfähigkeit des 36-Jährigen bestellt ist. „Er steht am Samstag gegen Hertha BSC im Kader“, sagte Fortunas Cheftrainer jetzt jedoch. Und zwischen den Zeilen war erkennbar, dass Funkel sogar damit liebäugelt, von Anfang auf Fink zu setzen, weil dieser einen Impuls setzen könnte, der vielleicht nach sechs Niederlagen in Folge für einen Befreiungsschlag gegen das Spitzenteam von Hertha BSC sorgen könnte.

„Ich habe ein längeres Gespräch mit Oliver geführt. Und ich weiß, dass er eine sehr gute Wahrnehmung hat, was seinen körperlichen Zustand angeht“, sagt Funkel über seinen „wichtigsten Spieler“, der seit drei Wochen im Mannschaftstraining alles wieder mitmachen kann. „Er kann sich sehr gut selbst einschätzen, und niemand hat in der jüngeren Vergangenheit so viele Kilometer abgespult.“ Funkel weiß, dass Fink im Spiel mit seiner Erfahrung einige Dinge in die richtige Richtung beeinflussen und der Mannschaft Halt geben kann. Er setzt vor allem auf die Spielintelligenz des 36-Jährigen, der in Sachen Fitness mehr drauf hat, als einige der Talente in Fortunas Kader. „Ich freue mich sehr, dass er wieder dabei ist, denn er kann vornweg gehen.“

Oliver Fink selbst glaubt — in seiner ihm eigenen Bescheidenheit —, dass wohl nur eine Einwechslung realistisch sei. Vorfreude habe aber auch er in besonderem Maße nach einer so langen Pause, die ihn verletzungsbedingt auch die letzten Spiele der vergangenen Saison verpassen ließ.

Friedhelm Funkel: Wir müssen uns noch mehr wehren

Während das Hertha-Spiel sowohl für Marcel Sobottka (Knie) und Andre Hoffmann (Gehirnerschütterung) noch zu früh kommt, plant Funkel wieder mit Benito Raman. „Es könnte sein, dass allerdings der eine oder andere Spieler sich wundern wird, dass er nicht in der Startelf oder im Kader steht“, sagt Funkel und fordert die ganze Mannschaft auf, nun endgültig in den Kampfmodus zu schalten. Im Training habe das seiner Meinung nach schon sehr gut funktioniert. „Zuvor war mir die Mannschaft zu nett und rücksichtsvoll im Spiel“, erklärt Funkel, dass er auch im Training deutlich mehr Einsatz erwartet und nun bekommen habe. „Ja, es ging jetzt an die Schmerzgrenze, so wie es auch im Spiel sein soll.“ Die kleinen Blessuren, die zwangsläufig auftraten, hätten die Spieler klaglos weggesteckt. „Sie müssen sich noch mehr wehren, als bisher.“

Nicht nur der Kampfmodus sei nun gefragt, auch deutlich mehr Abschlusssituationen möchte Funkel im Spiel gegen die Hertha am Samstag sehen. „Die Spieler müssen mehr den Abschluss suchen und nicht so zögerlich sein“, sagt der Trainer. „Da honorieren die Zuschauer auch Schüsse, die dann vielleicht mal zwei, oder drei Meter am Tor vorbeigehen.“ Er wolle keine Schönspieler, sondern Profis, die wissen, um was es geht . „Wir wollen das Spielfeld enger machen und Mut beweisen, indem mehr Spieler nachrücken und anspielbar sind.“ Mit seiner Übersicht könnte da Oliver Fink eine wichtige Rolle spielen. Zudem wird seine faire eingesprungene Grätsche schon viel zu lange vermisst.

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