Lambertz und die Motivation

Nach seiner Gelbsperre ist Kapitän Andreas Lambertz am Montag wieder im Kader. Den Aufstieg hakt er noch nicht ab.

Düsseldorf. Die Machtlosigkeit hat ihn gewurmt. Das lässt Andreas Lambertz durchblicken, obwohl er es nicht direkt ausspricht. Der Fortuna-Kapitän ist eben kein gelernter Diplomat, sondern Fußballer durch und durch. Für ihn zählt nur "auf’m Platz".

Das 1:1 des Zweitligisten in Karlsruhe sah Lambertz bei einem Nachbarn auf dem TV-Bildschirm. Machtlos, keine Möglichkeit einzugreifen, den Ball zu spielen, abzulaufen oder wegzugrätschen.

"Das ist echt bitter, aber da kann man eben nichts machen", sagt Lambertz. Wenigstens sei er nicht verletzt gewesen. Eine Sperre nach der fünften Gelben Karte komme "schon mal vor". Vor allem bei jenen, die mit so viel Herz und Einsatz zur Sache gehen wie der 25-Jährige. Aber anders als bei einer Verletzung darf durchweg trainiert werden, nach einem Spiel ist alles wieder beim Alten.

Deshalb dürfte Trainer Norbert Meier am Montag auf seinen Führungsspieler setzen, der schon beim 0:0 gegen Fürth mit seiner Lauf- und Kampfbereitschaft schmerzlich vermisst worden war. Zudem ist Lambertz seit Wochen einer derjenigen im Team, die offen über das Eingreifen ins Aufstiegsrennen reden und damit höchste Motivation bekunden. Vor dem Spiel gegen den FC St. Pauli ist das nicht anders: "Wenn wir gegen Pauli was holen, kann es noch was werden. Sonst ist der Zug wohl abgefahren."

Dafür sollte aber nach vier Spielen ohne Sieg endlich wieder ein "Dreier" her. Dass der Kapitän einen Platz im Mittelfeld einnehmen könnte, darüber mag er nur spekulieren. Schließlich hatte Oliver Fink zwar die zwei Chancen in Karlsruhe in der Anfangsphase vergeben. Sebastian Heidinger gab zudem die Vorlage zum Ausgleich. Setzt Meier erneut auf die beiden Flügelspieler, könnte es Marco Christ treffen. Über das Wochenende bleibt Meier noch Zeit zum Überlegen.

Marco Christ freut sich auf das Spiel: "Den Zuspruch haben wir uns erarbeitet, es macht einfach Spaß, die ganze Stadt hinter sich zu haben."

Mehr von Westdeutsche Zeitung