Laktattest für Profis von Fortuna Düsseldorf - die lästige Pflichtübung

Fortuna Düsseldorf : Lästige Pflichtübung zum Trainingsauftakt

Wie vor jeder Halbserie stand bei den Bundesliga-Fußballern der Fortuna auch zum Start der Wintervorbereitung der Laktattest an. Ab Samstag wird während des Trainingslagers in Marbella aber vor allem mit dem Ball trainiert.

Nicht nur alle Jahre wieder, sondern jedes halbe Jahr steht der Laktattest bei Fortuna Düsseldorf auf dem Programm. Laufen und Blutabnehmen im Wechsel, immer wieder. Obwohl erstmals wieder Fans in der Leichtathletikhalle an der Arena dabei sein durften, hielt sich der Spannungsbogen der diesmal dreigeteilten Veranstaltung am Donnerstagmittag im unteren Bereich. Es war ja auch kein neuer Spieler in einer der drei Gruppen, Ausfälle im konditionellen Bereich, die die wenigen Anhänger des Aufsteigers hätten beobachten können, gab es ebenfalls nicht. Auch Oliver Fink konnte seinen Mitspielern nicht wie gewohnt davonrennen, weil er seinen Test nach draußen verlegte. „Wegen der Belastung der Achillessehnen hat Olli darauf verzichtet, auf der harten Bahn in der Arena-Halle zu laufen“, hieß es von Vereinsseite. Aber der Routinier ist auch quasi der Erfinder des Laktattests und hat diesen in seiner Fortuna-Zeit gefühlt schon fast im dreistelligen Bereich absolviert.

Ansonsten gab es keine Überraschungen, denn die Spieler des Fußball-Bundesligisten präsentierten sich bei der eher lästigen Pflichtübung erneut als Einheit und als echte Profis, die wissen, wie wichtig eine gute Fitness in den nächsten Monaten noch sein wird. „Dieser Zusammeanhalt ist das Entscheidende für den weiteren Saisonverlauf“, sagte Friedhelm Funkel. Der Trainer lobte erneut den Mannschaftsgeist und die daraus erwachsenen Erfolge in der Schlussphase der Hinrunde. „Natürlich wollen wir daran anknüpfen, wissen aber auch, wie schwer das ist.“ Funkel sprach zwar von einem gewissen Lerneffekt im Laufe der vergangenen fünf Monate, geht aber davon aus, dass es in der Rückrunde nicht leichter wird.

Durch die kurze Pause ging nicht viel Substanz verloren

Die Vorbereitung ist sehr kurz, am Samstag geht es für eine Woche ins spanische Marbella, bereits am 19. Januar steht der Rückrundenauftakt in Augsburg an. Was mit Blick auf die körperliche Fitness ein Vorteil ist, weil in der kurzen Winterpause nicht viel an Substanz verloren wurde. „Deshalb werden wir im Trainingslager auch den Ball in den Mittelpunkt stellen“, kündigte Funkel an. „Es wird nur eine oder vielleicht zwei Einheiten geben, in der ausschließlich gelaufen wird.“

Über Gewinner und Verlierer sowie die Hoffnungsträger für die kommenden Monate wollte Funkel naturgemäß nicht in der Öffentlichkeit sprechen. „Natürlich gab es auch ein paar Enttäuschungen — genauso wie positive Ausreißer in den zurückliegenden Monaten“, sagte er. Aber insgesamt habe sich „die Mannschaft, wie aber auch der ganze Verein sehr gut präsentiert“.

Auf die Frage, ob es auch Spieler der zweiten Reihe gibt, die sich in der Wintervorbereitung noch für mehr als nur einen Tribünenplatz qualifizieren können, gab sich der Trainer zurückhaltend: „Wir haben wenig Zeit und nur zwei Vorbereitungsspiele. Da wird es nicht viele Gelegenheiten geben, sich zu empfehlen.“ Und wenn die Spieler, die es bisher gut gemacht haben, weiterhin auf diesem Niveau agieren würden, wäre es noch schwerer, aus der zweiten Reihe nach vorne zu kommen. „Aber ausgeschlossen ist das nicht, und ich werde das im Training genau beobachten“, sagte Funkel, der sich auf eine interessante Rückrunde freut.

Dank der neun Punkte aus den drei Siegen zum Jahresabschluss steht seine Mannschaft auf einem ordentlichen Rang 14 — mit vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Nun geht es darum, die Grundlagen zu schaffen, damit das auch am Ende der Saison so ist.

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