Fortuna Düsseldorf: Krisen-Gipfel am Flinger Broich

Fortuna Düsseldorf: Krisen-Gipfel am Flinger Broich

Fortuna Zweitliga-Fußballer möchten am Freitag gegen Lüttich Selbstvertrauen tanken. Auch der belgische Traditionsverein schwächelt.

Düsseldorf. Die Länderspiel-Pause könnte für die Fortuna ungünstiger gar nicht sein. Denn nach zuletzt zwei ebenso bitteren wie verdienten Niederlagen gegen Sandhausen und Kaiserslautern muss die Mannschaft von Trainer Frank Kramer noch eine weitere Woche warten, bis es in der 2. Fußball-Bundesliga wieder auf den Platz geht. Dann trifft die Fortuna in der heimischen Arena auf Arminia Bielefeld — und damit auf den erfolgreichen Ex-Trainer Norbert Meier.

Nach dem Test am Dienstag gegen die U 23 des FC Schalke 04 unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Flinger Broich, das die Fortuna nach einem Rückstand noch mit 2:1 gewinnen konnte, geht es am Freitag ab 15 Uhr erneut im Paul-Janes-Stadion gegen Standard Lüttich. Der belgische Vertreter steht in der heimischen Liga ähnlich schlecht da wie die Fortuna. Standard belegt nach zehn Spielen mit nur acht Punkten den vorletzten Platz. Der zehnfache belgische Meister sowie sechsfache Pokalsieger hatte auch bereits den Einzug in die Gruppenphase der Europa League verpasst. In der Qualifikation unterlag Standard den Norwegern von Molde FK.

Trotzdem wird das Spiel ein echter Härtetest. Zwar sind die Belgier in der Krise, haben in den vergangenen Jahren aber eine Menge internationale Erfahrung gesammelt und sind dadurch ein idealer Gegner für die Fortuna, um neues Selbstvertrauen zu tanken. Und der Fortuna wäre mit dem Gewinn von neuem Mut durch einen Erfolg über den Traditionsclub aus Wallonien schon geholfen. So kommt den Rot-Weißen das Spiel gerade recht, müssen sie doch mal wieder zeigen, dass sie das Kämpfen sowie das Gewinnenwollen nicht verlernt haben — und wenn es auch nur ein Testspiel ist.

Zudem wird interessant sein zu beobachten, ob der sich aktuell bei der Fortuna fit haltende Angreifer Adil Chihi als Alternative darstellen könnte. Denn offensiv passt bislang einfach viel zu wenig zusammen. Da könnte der gebürtige Düsseldorfer eine Bereicherung sein.

Entsprechend aufmerksam werden die Fans auf der Tribüne am Flinger Broich hinsehen. Auch, ob ihr Team bereit ist, etwas von dem wieder gut zu machen, was es in den vergangenen drei Spielen verbockt hatte. Weil die Fortuna mit nur einem Sieg aus zehn Spielen nur auf Rang 16 der 2. Liga steht, haben Trainer Kramer und Sportdirektor Rachid Azzouzi am Donnerstag offiziell den Klassenerhalt zum einzigen Ziel erklärt: „Wir befinden uns im sportlichen Überlebenskampf“, sagte Kramer.

Das dürfte auch für ihn selbst gelten. Obwohl alle Verantwortlichen zuletzt immer wieder betonten, dass Kramer Zeit brauche, um eine Mannschaft aufzubauen. Doch wenn auch das nächste Ligaspiel gegen die Meier-Elf aus Bielefeld verloren geht, wird die Luft für den Trainer noch dünner. Einen ersten Schritt in die andere Richtung kann die Fortuna am Freitag gegen Standard Lüttich gehen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung