Kramer: Den Kapitän bestimme ich

Fortunas Trainer sammelt noch Eindrücke. Am Mittwoch fand der erste Test statt. Fortuna besiegt den TuS Esens 9:0.

Langeoog. Es wird langsam ernst in der Vorbereitung von Fortuna Düsseldorf. Am Mittwoch stand der erste Test für die neu zusammengestellte Mannschaft auf der Insel Langeoog auf dem Programm. Der Landesliga-Absteiger TuS Esens vom gegenüberliegenden Festland war der Gegner. „Das war für uns jetzt keine Jux-Veranstaltung. Die Spieler sollen versuchen, sich in jedem Testspiel so gut wie möglich anzubieten“, erklärte Frank Kramer. „Das ist wie eine Trainingseinheit, und zu jeder Zeit verlange ich vollen Einsatz.“

Großartig experimentieren wollte Fortunas Cheftrainer auch nicht. „Es war von Anfang an so vorgesehen, dass jeder Spieler auf seiner angestammten Position eingesetzt wird.“ Anders würde das in den Augen von Kramer keinen Sinn machen, da sich die Mannschaft quasi noch im Kennenlern-Modus befindet. Da Lars Unnerstall wegen eines Trauerfalls nicht eingesetzt werden konnte und am Mittwoch in die Heimat unterwegs war, standen 18 fitte Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung. Kramer möchte eigentlich, dass die Spieler jeweils 45 Minuten Vollgas geben. Das war nicht in vollem Umfang möglich, da nicht das ganze Team zur Pause gewechselt werden konnte. „Drei Spieler müssen halt durchspielen“, meinte Kramer, dem das Ergebnis relativ egal war, er aber ganz genau auf die Leistung seiner Spieler achtete.

Die Tradition, dass in den ersten Testspielen vor der Saison die neuen Spieler wechselweise die Kapitänsbinde tragen und eifrig in die Mannschaftskasse einzahlen, wird es unter Kramer nicht geben. „Ich möchte immer einen Spielführer auf dem Platz haben, der etwas ausstrahlt und Erfahrung hat“, meinte der Cheftrainer der Fortuna. So war es fast eine logische Schlussfolgerung, dass Kramer den Kapitän, der der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz sein soll, nicht vom Team wählen lässt. „Nein, den werde ich bestimmen.“ Das wird keine spontane Auswahl sein, sondern Kramer wird sich das Gefüge der Mannschaft und das interne Klima genau anschauen. „Erst kurz vor Saisonbeginn wird der Kapitän von mir ernannt“, sagte der Trainer, der der Meinung ist, dass sich das Amt gegenüber früherer Zeiten nicht groß verändert hat. „Doch ich will nicht, dass nur der Spielführer dann das Bindeglied zwischen Trainer und Mannschaft sein wird. Auch andere Spieler sollen Verantwortung übernehmen“, sagt Kramer.

Mit drei neuen Spielern lief die Fortuna gegen den Bezirksligisten aus Esens auf. Lange dauerte es nicht, bis das frühe Pressen des Zweitligisten Erfolg zeitigte. Joel Pohjanpalo erzielte das erste Tor der Spielzeit 2015/16, bereits zwei Minuten später legte Julian Koch mit seinem ersten Tor für die Fortuna zum 2:0 nach. Der Rest war Formsache. Am Ende hieß es 9:0 (6:0)

Aufstellung Fortuna: 1. Hälfte: Rensing - Schauerte, Haggui (Nr.3), Bodzek, - Koch (2), Gartner - Sararaer (22), Liendl, Akca (14) - Pohjanpalo. 2. Hälfte: Wiesner - Akpoguma (6), Haggu, Strohdiek (34), Schmitz - Fink, Bodzek - Bebou (37), Akca, Erat - Iyoha (39).