Kommentar: Fortunas geschickte Transferpolitik

Kommentar : Fortunas geschickte Transferpolitik

Klare Kante in Sachen Benito Raman, Geduld bei möglichen Neuverpflichtungen, die verlängerte Ausleihe von Dawid Kownacki — der Fußball-Bundesligist macht in diesem Sommer bislang viel richtig.

Bis jetzt genießt Lutz Pfannenstiel bei den meisten Fans größte Hochachtung. Das gilt zwar nicht für die Anhänger, die am liebsten schon am ersten Trainingstag den kompletten Kader für die kommende Saison zusammen haben wollen. Aber diejenigen, die ein wenig hinter die Kulissen des Geschäftes blicken können, wissen, mit welchen Bandagen in der Transferphase gearbeitet wird. Meist sind es nicht die Spieler selbst, die Wünsche äußern dürfen, einige Profis müssen schlicht der Geldgier ihrer Berater folgen — selbst dann, wenn klar ist, dass der Wechsel nicht das Beste für den Spieler ist, aber die Tasche des Beraters gut füllt.

Bislang kann man die Fortuna nur bewundern, was die Geduld in Sachen Raman angeht. Da gibt es kein Einknicken vor dem abwanderungswilligen Spieler oder dem FC Schalke. Fortuna zeigt klare Kante, sie will einen festen Betrag für den Belgier erlösen und lässt sich nicht auf einen zu schnellen Deal ein. Notfalls muss der Spieler ebenfalls Geduld haben — weil er ja unbedingt weg will. Ein gutes Auskommen und einen nahezu sicheren Stammplatz hätte er bei Fortuna wohl haben können. Ob er gut beraten ist, zu Schalke zu gehen, ist ein anderes Thema.

Ein Kommentar von Norbert Krings. Foto: Sergej Lepke

Ein sehr gutes Geschäft ist die Einigung mit Sampdoria Genua im Fall Kownacki. Fortuna hat eine Saison Zeit, sich den talentierten Spieler anzusehen und zudem eine feste Kaufoption. Viel besser geht es wohl nicht.