Kevin Stöger: "Zu Beginn habe ich bei Fortuna zu viel gewollt"

Fußball-Bundesliga : „Zu Beginn habe ich zu viel gewollt“

Kevin Stöger hat sich inzwischen einen Stammplatz bei Fortuna erkämpft. Inzwischen hofft der 25-Jährige auf einen Anruf des österreichischen Bundestrainers.

Kevin Stöger ist nicht auf den Kopf gefallen. Der Österreicher weiß genau, wie er seine fünfte Gelben Karte und die darauffolgende Sperre kommentieren muss. „Ich habe mich im Stuttgart-Spiel so sehr über eine falsche Entscheidung des Schiries geärgert, dass ich dummerweise den Ball weggeschlagen habe“, sagt Stöger, der sich dabei ein kleines Grinsen nicht verkneifen kann. Nein, extra habe er das natürlich nicht gemacht, denn er hätte ja auch gerne in Leverkusen gespielt. Eine schöpferische Pause hätte er nicht gebraucht. Doch irgendwie passt es jetzt besser, dass er gegen die Werkself seine Sperre auf der Tribüne abgesessen und nun im wahrscheinlich wichtigeren Spiel gegen den 1. FC Nürnberg seinem Trainer wieder zur Verfügung steht.

„Nach zwei Wochen Pause bin ich jetzt auch richtig heiß auf dieses Spiel“ sagt der 25-Jährige, der nicht erst in den Spielen der Rückrunde sehr gute Leistungen zeigte, mit Ausnahme seines Auftritts in Gelsenkirchen im Pokal, wo er mit der Mannschaft unterging. „Ja, ich habe viel Spaß am Fußball derzeit und verfüge auch über viel Selbstvertrauen.“ Stöger ist für Fortuna als Ballschlepper und -verteiler sehr wichtig. Er ist der laufstärkste Fortune und auch in der Liga mit seinen Werten in der Rangliste weit oben vertreten. „Ja, ich achte auf meine Werte. Wir bekommen nach jedem Spiel die aktuellen Daten in die Kabine gelegt. Da schaut man drauf“, sagt Stöger, der sich aber auch alle seine Spiele noch einmal anschaut. Aber es geht dabei nicht allein um die Laufleistung, sondern auch um die Zahl der Zweikämpfe und der gespielten Pässe. Was er falsch gemacht habe, weiß er aber auch schon ohne „die Zettel“.

Noch wartet Stöger auf sein erstes Pflichtspieltor für Fortuna

Bei einer Kategorie steht immer noch die Null. Auf sein erstes Saisontor wartet der Ex-Bochumer. „Ich mache mir da keinen großen Druck, das war am Anfang der Saison anders. Da war ich zu verkrampft. Eine Saison ganz ohne ein Stöger Tor wäre Sch..., aber das größere Ziel ist der Klassenerhalt. Trotzdem will ich Tore schießen.“

Das kann er bereits am Samstag gegen Nürnberg versuchen. Der Österreicher erwartet ein Spiel, in die die Gäste agieren werden, „weil es für sie ein Spiel ist, in dem sie gewinnen müssen. Wir wollen gewinnen.“ Der Unterschied ist klar, die Fortuna kann mit einer stabilen Defensive die nicht gerade offensivstarken Clubberer erwarten und will dann Räume für eigene Angriffe gegen einen offensiver eingestellten Gegner finden. Denn auf die Abwehrstärke, die Nürnberg gegen Borussia Dortmund beim 0:0 gezeigt hat, kann der Club nicht allein bauen, wenn er in Düsseldorf gewinnen will. „Wenn wir dann erfolgreich sein sollten, wäre das ein weiterer großer Schritt für uns.“

Das Handy für einen wichtigen Anruf hält er immer griffbereit

Stöger spielt nach eigener Auffassung eine gute Saison. „Aber es geht immer besser, und ich möchte mich weiter entwickeln“, sagt der Mittelfeld-Stratege, der bisher immer noch keinen Anruf von Österreichs Bundestrainer Franco Foda erhalten hat. „Vielleicht sollte ich ihm meine Mobilnummer mal schicken“, sagt Stöger. „Wenn ich weiter so gut spiele, habe ich mir eine Nominierung verdient.“ Dass er beobachtet wird, habe er schon gehört. „Es wäre etwas sehr Schönes für mein Land zu spielen. Deshalb halte ich mein Handy immer bereit.“ Seine aktuelle Aufmerksamkeit gehört aber nur der Fortuna, für die er am liebsten alle Spiel bis Saisonende machen möchte: „Es macht einfach Riesenspaß mit dieser Mannschaft.“

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