Hertha-Manager Michael Preetz: „Die Fortuna ist ein ganz besonderer Klub“

Hertha-Manager Michael Preetz: „Die Fortuna ist ein ganz besonderer Klub“

Michael Preetz denkt gerne an Düsseldorf zurück. Und Otto Rehhagel holte 1980 den Pokal.

Düsseldorf. Von 1981 bis 1990 hat Herthas Sportdirektor bei Fortuna Düsseldorf gespielt. Wenn Michael Preetz in Düsseldorf die alten Freunde besucht, wird ihm warm ums Herz. Mit diesem Klub verbinden diesen Mann Emotionen.

Auch deshalb sagt Preetz, bei Hertha BSC in dieser Saison von Fehlentscheidungen und Missverständnissen gebeutelt, nach dem 2:2 der Düsseldorfer gegen den MSV Duisburg in der Arena höflich: „Die Fortuna ist ein sehr, sehr starker Gegner.“

Am Donnerstag spielt die Fortuna im ersten Spiel der Relegation im Berliner Olympiastadion. Ganz Düsseldorf träumt von der Bundesliga. 15 Jahre nach dem Abstieg. Endlich wieder Eliteklasse. „Das werden zwei verdammt schwere Spiele“, sagte Fortunas Defensivstratege Jens Langeneke.

Preetz ist nicht der einzige aus dem Berliner Personal, für den Düsseldorf eine Herzensangelegenheit ist. Das gilt selbst für den großen Chef, den Altmeister. Otto Rehhagel, seit der Europameisterschaft mit der griechischen Nationalmannschaft „Rehhakles“ genannt, spricht mit Respekt von der Fortuna.

Schließlich hat der Mann diesen Klub schon einmal trainiert. 1979 und 1980. Otto Rehhagel holte mit Düsseldorf den DFB-Pokal. Gerd Zewe, Rudi Bommer, Thomas und Klaus Allofs und all die anderen gewannen damals 2:1 gegen den 1. FC Köln, das entscheidende Tor erzielte Thomas Allofs, heute Vorstandsmitglied bei der Fortuna.

Gegen den FC hätten die Düsseldorfer aktuell am liebsten um den verbleibenden Platz in der Bundesliga gespielt. Aber die Kölner entzogen sich dem Klassiker durch den Abstieg in die Zweite Bundesliga.

Die Düsseldorf unbedingt verlassen will. „Düsseldorf hat eine starke Mannschaft“, sagte Rehhagel am Sonntag artig. Was nichts daran ändert, dass „König Otto“ fest davon überzeugt ist, gegen die Fortuna zu gewinnen. Thomas Allofs sagt: „Hertha ist mir vom Gefühl her lieber als der FC, aber es ist schon ein komisches Wiedersehen mit Michael Preetz in führender Position und Otto Rehhagel als Trainer. Das wird ein offener Schlagabtausch.“

Preetz war als Jugendlicher Balljunge im Düsseldorfer Rheinstadion, 1986 spielte er erstmals als Profi für die Fortuna und drei Jahre später brachte er Düsseldorf mit seinen Toren zurück in die Bundesliga. „Die Fortuna ist ein ganz besonderer Klub für mich, das ist doch klar. Aber das blende ich aus. Ich bin für Hertha verantwortlich.“ Bleibt Hertha in der Liga, wird Preetz Manager in Berlin bleiben. Und wenn Fortuna aufsteigt, brauchen sie in Düsseldorf irgendwann vielleicht einen Nachfolger für Wolf Werner.