Fortuna Düsseldorf: Heißer Test, aber die Fortuna ist schon fast auf Betriebstemperatur

Fortuna Düsseldorf : Heißer Test, aber die Fortuna ist schon fast auf Betriebstemperatur

In Büderich gewinnt das Funkel-Team gegen den TSV Meerbusch deutlich 9:0. Oberligist offenbarte aber auch Schwächen beim Gegner.

Büderich. 9:0 in Meerbusch. Bei einem Fußball-Oberligisten in der frühen Vorbereitungsphase so klar zu gewinnen, ist schon etwas Besonderes. Das fühlte wohl auch Friedhelm Funkel am Samstag nach dem Schlusspfiff so. „Wenn man die Hitze bedenkt und wir sicherlich nicht unsere beste Leistung abgerufen haben, war das schon ganz ordentlich“, sagte Fortunas Cheftrainer. Dieses Urteil trafen auch die Spieler. „Wir sind mitten in der Vorbereitung, dafür war es ein gutes Spiel“, sagte etwa Marcel Sobottka. Doch zufrieden mit seiner Leistung und der seiner Kollegen war Fortunas Mittelfeldspieler nicht. „Dazu haben wir noch zu viele Fehler gemacht und gegen diesen Gegner zu viel zugelassen.“

Während es in der Defensive nicht immer passte, ging es vor dem gegnerischen Tor schon ganz anders zu. Zwar benötigte der Bundesliga-Aufsteiger eine längere Warmlaufzeit von rund 20 Minuten, aber dann eröffnete Robin Bormuth den Torreigen, nachdem Meerbuschs Keeper nach einem Schuss von Benito Raman den Ball nur abklatschen konnte.

Der Gegner hatte sich zuvor wohl nur abgesprochen, besonders auf Marvin Ducksch aufzupassen, der in den ersten beiden Testspielen der Fortuna bereits fünf Tore erzielt hatte. Dadurch hatten dessen Mitspieler reichlich Platz, den die Gäste vor allem über die Flügel nutzten. Davor Lovren, der die ganzen 90 Minuten spielen musste, weil er zum WM-Finale nach Moskau reiste (und zwei Trainingseinheiten verpasst), zeigte seine Dribbelkünste auf der rechten Angriffsseite — auch wenn er ab und an übertrieb. Benito Raman lief ein ums andere Mal seinem Gegenspieler davon und war auch für das 2:0 verantwortlich, das er nach einem schönen Solo erzielte.

Im Mittelfeld blieb Kevin Stöger zwar blass, aber Aymen Barkok überzeugte dort mit seiner Lauffreude. Das 3:0 leitete aber Kaan Ayhan mit einem schönen Pass auf den rechten Flügel ein. Jean Zimmer startete rechtzeitig und schob den Ball am Keeper des Oberligisten vorbei ins Tor. Wer den Handelfmeter vor der Pause vollstrecken durfte, war dann keine Frage. Ducksch schnappte sich selbstbewusst den Ball und verwandelte souverän.

Nach dem Wechsel versuchte die fast komplett „verwandelte“ Fortuna (nur Rensing und Lovren spielten weiter) das Tempo einigermaßen hoch zuhalten. Mit welcher Spielfreude Rouwen Hennings um einen Stammplatz kämpft, zeigte er bei seinen beiden Toren zum 5:0 und 6:0. Sein Gegenspieler kam zweimal zu spät. Und auch das nächste Tor leitete Fortunas letztjähriger Torjäger mit einer abgefälschten Flanke ein. Havard Nielsen köpfte zur Freude seiner Fans ein und durfte sich nach (unendlich) langer Zeit mal wieder über einen Treffer freuen. Emir Kujovic und Kenan Karaman sorgten dann für den Endstand. Letzterem ist deutlich anzumerken, dass er noch nicht so richtig bei der Fortuna angekommen ist. Die Laufwege des türkischen Nationalspielers passten noch nicht so ins System der Fortuna. Allerdings gibt es am Engagement des Ex-Hannoveraners nichts auszusetzen. Das gilt auch für Diego Contento, der ebenfalls noch nicht so zu gefallen wusste und einige Probleme in der Rückwärtsbewegung offenbarte. Friedhelm Funkel wollte zu den Leistungen seiner neuen Spieler jedoch noch nichts sagen. „Da kann ich mir jetzt noch keine Aussage erlauben. Nach dem zweiten Trainingslager werde ich das eher beurteilen und dazu was sagen können“, sagte Fortunas Cheftrainer.

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