Fortuna Düsseldorf: Heimniederlage: Bescherung durch Fortuna bleibt aus

Fortuna Düsseldorf: Heimniederlage: Bescherung durch Fortuna bleibt aus

Mit einem Sieg im abschließenden Heimspiel des Jahres 2016 wollten die Rot-Weißen ihre Fans beschenken. Beim 0:2 gegen Nürnberg fehlt es an der Präzision in und am gegnerischen Strafraum.

Düsseldorf. Die Offensivstärke und defensive Anfälligkeit des 1. FC Nürnberg war vor dem Spiel von Fortuna Düsseldorf gegen den „Club“ an diesem 16. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga ausreichend thematisiert worden. Die Fortuna hatte beim 0:2 (0:1) gegen die Franken genügend Chancen und Szenen, die zu solchen hätten werden können. Im letzten Heimspiel des Kalenderjahres mangelte es aber an der Präzision im Abschluss und ein bisschen an der Konzentration in und am Strafraum des Gegners. Das geplante, verfrühte Weihnachtsgeschenk für den eigenen Anhang blieb daher aus.

Trainer Friedhelm Funkel kehrte einen Tag vor seinem 63. Geburtstag auf der rechten Seite zur Variante mit dem doppelten Julian zurück. In der Abwehrkette agierte Julian Koch, davor stellte der Cheftrainer Julian Schauerte in der offensiven Viererkette hinter Sturmspitze Rouwen Hennings auf. Ein wenig überraschend verzichtete Funkel sowohl auf Arianit Ferati und vor allem auf den von vielen im Vorfeld erwarteten Özkan Yildirim.

Die Fortuna begann vor 25 739 Zuschauern flott. Nach Flanke von Lukas Schmitz, der nach Krankheit ins Team zurückkehrte, bot sich nach 43 Sekunden die erste Schussmöglichkeit für Kaan Ayhan, doch dessen Versuch wurde im letzten Moment geblockt. Trotzdem gab es in der sechsten Spielminute die kalte Dusche. Miso Brecko bediente mit einem Freistoß aus der Nürnberger Hälfte Torjäger Guido Burgstaller. Der scheiterte im ersten Versuch zwar an Fortunas Schlussmann Michael Rensing, drückte den Ball aber anschließend zu seinem 13. Saisontreffer und dem 0:1 aus Düsseldorfer Sicht über die Linie. Koch hatte Burgstaller zuvor aus den Augen verloren.

Nur Momente später hätte sich die Fortuna beinahe zurück ins Spiel gebracht, doch Hennings (8.) verpasste in der Strafraummitte über den Ball schlug. Schauerte (13.) zeichnete für den ersten Fortuna-Torabschluss mit passender Richtung verantwortlich, konnte „Club“-Keeper Thorsten Kirschbaum damit aber nicht in Not bringen. Danach verflachte die Begegnung für einige Zeit. Zu selten nutzte die Fortuna die von den Gästen angebotenen Räume auf dem Feld.

Den nächsten großen Aufreger gab es nach 25 Minuten als Ihlas Bebou nach sehenswertem Solo im Nürnberger Strafraum zu Boden ging. Schiedsrichter René Rohde sah kein strafstoßwürdiges Foulspiel. Offenbar war Fortunas Offensivspieler in dieser Szene im Rasen hängen geblieben. Die beste Möglichkeit zum Ausgleich ergab sich in der 39. Spielminute. Nach einem abgeblockten Ayhan-Freistoß wurde auch der Versuch von Kapitän Axel Bellinghausen geblockt. Bebou kam anschließend einen Tick zu spät und Kirschbaum begrub den Ball kurz vor der Torlinie unter sich.

Matavz nutzt einen der seltenen Konter zur Entscheidung

Zu Beginn des zweiten Durchgangs zogen sich die Franken weiter zurück und überließen der Fortuna weite Teile des Mittelfelds. Bellinghausen (50.) gelang es nicht, eine Vorarbeit des erneut fleißigen Bebou zu verarbeiten. Wenige Minuten später war es Bebou selbst, der aus kurzer Distanz an Kirschbaum scheiterte (57). Insgesamt schien den Rot-Weißen ein wenig Präzision, Kraft und Konzentration zu fehlen. Ein weiteres Beispiel dafür lieferte Hennings, dem vor seinem Schuss in der 64. Minute der Ball versprang. Folglich ging der Schuss klar über das Tor.

Wie es besser gehen kann, zeigte Tim Matavz nur zwei Minuten nach dem Hennings-Schuss als er einen der seltenen Konter der Nürnberger eiskalt — und von der Unentschlossenheit von Fortuna-Innenverteidiger Robin Bormuth begünstigt — zum 2:0 für die Mannschaft von Alois Schwartz abschloss. Es war die Entscheidung in einem Spiel, dass die Fortuna wahrlich nicht hätte verlieren müssen. Ohne den entscheidenden Tick vor dem „Club“-Tor war aber selbst dieser anfälligen Defensive nicht beizukommen.

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