Harnik verlässt Fortuna

Am Tag nach dem ernüchternden Remis in Bielefeld teilt Fortunas Torjäger seinen Abschied mit.

Düsseldorf. Am Montagmorgen starb die Hoffnung. Martin Harnik teilte den Verantwortlichen von Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf mit, dass er den Verein am Ende der Saison verlassen wird. Harnik, der von Werder Bremen für ein Jahr ausgeliehen war, zieht es für die festgeschriebene Summe von 300000 Euro in die Bundesliga. Welcher Klub nun tatsächlich diese Summe nach Bremen überweist, ist noch unklar. Das es eine Überweisung geben wird, ist hingegen sicher: Eine Rückkehr nach Bremen schloss Harnik aus. Eine Entscheidung dürfte zwischen dem FC St. Pauli und dem VfB Stuttgart fallen. Beide Klubs machten gegenüber unserer Zeitung am Montag ihr Interesse noch einmal deutlich, meldeten aber keinen Vollzug.

"Uns ist es auch egal. Martin war für uns zum richtigen Zeitpunkt die richtige Verpflichtung", sagte Fortuna-Manager Wolf Werner gestern. Man habe kein Anrecht auf den Spieler, sagte Werner noch. Und: "Ich bin schon traurig, dass wir nicht die Mittel haben, ihn zu halten."

Dass die Sympathiebekundungen der Düsseldorfer Fans letztlich ungehört verhallen, überrascht niemanden wirklich. "Er hat sich durch seinen fulminanten Aufstieg hier alle Möglichkeit geschaffen", sagte Werner. Und gab damit ein weiteres Zeichen an die Konkurrenz: In Düsseldorf können verliehene Spieler reifen. Es wird Werners Aufgabe sein, weitere Akteure dieser Qualität zu finden. Stürmer hatte die Fortuna ohnehin bereits gesucht, weitere Vollzugsmeldungen gibt noch nicht. Werner. Wir können ja schließlich nicht jeden Tag einen neuen Spieler melden."

Harniks Mannschaftskollege Christian Weber beschäftigt sich derweil immere noch mit dem Spiel vom Sonntag. "Es war wie immer auswärts: Viele Chancen - wenig Tore", brachte der Rechtsverteidiger das 1:1 in Bielefeld auf den Punkt. Trotz aller Träume und Ansprüche hätte sich zu Beginn der Saison noch jeder gefreut, einen Punkt aus Bielefeld mitzubringen. Am Sonntag sah das allerdings ganz anders aus.

Nach dem Abpfiff gab es nur traurige Gesichter bei der Fortuna. "Nun haben wir es nicht mehr selber in der Hand", erklärte Weber, der dennoch den Saisonverlauf sehr realistisch einschätzt. "Wir konnten vor der Saison nicht davon ausgehen, dass wir so eine starke Heimserie spielen würden. Insofern sind wir natürlich zuallererst einmal froh, dass wir dadurch unser eigentliches Ziel Klassenerhalt viel früher erreichen konnten als gedacht", sagte der 27-jährige Fortune. "Wenn man dann allerdings plötzlich so dicht am Aufstieg schnuppert, ist man natürlich doch etwas enttäuscht, dass es nun wahrscheinlich nicht klappen wird."

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