Fortuna Düsseldorf: Gökhan Gül: „Ich möchte so viel spielen wie möglich"

Fortuna Düsseldorf: Gökhan Gül: „Ich möchte so viel spielen wie möglich"

Es gibt Fußball-Profis, die sind auf dem Platz ganz andere Typen, als man sie sonst wahrnimmt. Gökhan Gül ist so ein Spieler. Im Gespräch wirkt der 18-Jährige zurückhaltend, fast schüchtern. Auf dem Rasen geht der zweite Winterzugang von Fortuna Düsseldorf ordentlich zur Sache.

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Malta. Gül kommt vom VfL Bochum und hat beim Zweitliga-Konkurrenten auch zwei Spiele mit den Profis absolviert. „Wir werden ihn bei der Fortuna über die U23 sorgfältig aufbauen“, kündigte sein neuer Trainer Friedhelm Funkel an.

„Im ersten Testspiel gegen Craiova hat das schon ganz gut geklappt“, sagte der 18-Jährige, der seine Fähigkeiten in der Dreierkette durchaus mit kompromiss- und schnörkellosen Aktionen unter Beweis stellte.

Doch Gül hat das Kapitel Bochum noch nicht ganz abgehakt. So denkt er gerne an sein Zweitliga-Debüt für Bochum in Dresden zurück. Dabei zeigte er eine gute Partie gegen Dynamo-Stürmerstar Stefan Kutschke. „Mein Gegenspieler war zwar einen Kopf größer als ich, aber es war ein geiles Gefühl, in einem ausverkauften Stadion zu spielen“, sagte Gül, der diese Stimmung auch in der Düsseldorfer Arena gerne erleben würde. Dort hatte er sich den Sieg der Fortuna gegen Arminia Bielefeld (4:0) angesehen und war beeindruckt. „Damals wusste ich noch nicht, dass ich nach Düsseldorf wechseln werde“, erklärte der Jungprofi, der von der Fortuna einen Vertrag bis Juni 2021 erhalten hat und wohl als ein sehr großes Talent gesehen wird. „Nur ein wenig größer werden, möchte ich noch“, sagt der deutsche U19-Nationalspieler, der damit in erster Linie seine Körpergröße meinte.

Trotz seiner elf Jahre in Bochum und seiner Heimatverbundenheit hat sich Gül für einen Wechsel entschieden. Richtig konkret wird er nicht, als er nach den Gründen für seine Entscheidung befragt wird. Er spricht nur von einer Herausforderung. „Es hat nicht alles geklappt in Bochum, was ich mir vorgenommen habe“, sagte Gül, der wusste, dass er bei der Fortuna erst mal den Koffer mit den Trainingsutensilien zum Bus tragen darf, Der 18-Jährige orientiert sich an Ilkay Gündogan, dem man in Bochum auch großes Talent nachsagt, ihn aber weggeschickt hatte. Aber auch Kaan Ayhan, der in Schalke groß geworden ist und einen ähnlichen Weg zur Fortuna wählte, wie er selbst, ist für Gül ein Vorbild.

Das Ziel bei der Fortuna liegt für den jungen Deutsch-Türken auf der Hand: „Ich möchte so viel spielen wie möglich. Und ich weiß, dass der Trainer auf junge Spieler setzt.“ So war es für Friedhelm Funkel auch wichtig, Gül direkt einen erfahrenen Spieler an die Seite zu stellen, indem er Routinier Alexander Madlung als Zimmergenosse für Gül im Trainingslager bestimmte. Gül weiß seine Qualitäten gut einzuschätzen. „Ich bin ein aggressiver Verteidiger, meine Trainer haben gesagt, dass ich mit Leidenschaft spiele, und einen guten Spielaufbau habe“, erklärt der Jungprofi, der darauf hofft, auch am Samstag beim Telekom-Cup in einem der beiden Spiele gegen einen Bundesligisten zum Einsatz zu kommen und den Fortuna-Fans daheim eine erste Kostprobe seines Könnens zu geben

Gökhan Gül mit Trainer Funkel. Foto: Christof Wolff