Fußball-Bundesliga: Fortunas Widrigkeiten in der Saisonvorbereitung

Fußball-Bundesliga : Fortunas Widrigkeiten in der Saisonvorbereitung

Die körperlichen Voraussetzungen für die neue Saison wurden geschaffen, im personellen Bereich läuft noch nicht alles rund.

Zwei Wochen vor der ersten Pokalrunde in Villingen, dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison, verbreitet Fortuna Düsseldorfs Cheftrainer Friedhelm Funkel Zweckoptimismus. Das zweite Trainingslager in Maria Alm sei ordentlich gewesen, und auch die Leistungen in den beiden Testspielen waren für den 65-Jährigen angesichts der personellen Lage sowie der hohen Temperaturen in Ordnung. Doch eigentlich kann der älteste Trainer der Fußball-Bundesliga noch nicht zufrieden sein. Drei neue Spieler, die gerade erst verpflichteten Lewis Baker, Markus Suttner (kommt Anfang der Woche) und der immer noch nicht gefundene Innenverteidiger haben noch keine Wettkampfminute für ihre neue Mannschaft bestritten. Zudem ist der wichtigste Stürmer, Dawid Kownacki, nicht fit. Der Pole kann derzeit nur schnell gehen und wird zum Saisonstart keinesfalls in körperlicher Bestform sein.

Die Vorbereitung

Auch wenn Blessuren und leichtere Verletzungen in dieser Phase nicht ungewöhnlich sind, so störten diese die wichtige Zeit vor Saisonbeginn. Bis zu vier Spieler aus der U 23 mussten bisweilen aushelfen, um in den entsprechenden Trainingseinheiten volle Stärke für zwei Mannschaften zu haben. Die Ausfälle von Adam Bodzek, Diego Contento und zuletzt Erik Thommy waren nicht ideal. Die Zwangspause von Kownacki ist bitter, weil der Pole eine zentrale Rolle in den Überlegungen des Trainers spielt und nicht das erste Mal mit Muskelproblemen aussetzen muss.

Die Testspiele

Die Spiele gegen zwei unterklassige Teams waren zum Eingewöhnen, das Testturnier in Meppen ließ zumindest gute Ansätze erkennen. Gleiches gilt für die Begegnungen in Österreich gegen Basaksehir Istanbul (1:1) und Rayo Vallecano (1:0). Obwohl wichtige Spieler fehlten, waren sie kein Muster ohne Wert. Spielerisch fehlte es jedoch an Präzision, der am Kreuzband verletzte Spielmacher Kevin Stöger war bisher nicht zu ersetzen. Für den kommenden Mittwoch (15 Uhr) wurde ein weiteres Testspiel in Maasmechelen gegen den belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht angesetzt. Dann soll der vom FC Chelsea ausgeliehene Lewis Baker erstmals zeigen, ob und wie er in die Rolle Stögers hineinwachsen kann.

Die Neuen im Team

Zack Steffen und Florian Kastenmeier sind ein Gewinn für die Mannschaft. Auf der Torhüterposition haben der Trainer und Kapitän Oliver Fink sogar einen Dreikampf ausgerufen. Nach seiner Leistung gegen Rayo Vallecano könnte Steffen gegenüber Michael Rensing und Kastenmeier nun leicht die Nase vorne haben. In der Abwehr deutet sich — ohne den noch gesuchten Innenverteidiger — keine Veränderung gegenüber der vergangenen Saison an. Auf den offensiven Außenpositionen haben Bernard Tekpetey und Erik Thommy aktuell die besten Karten. Thomas Pledl muss noch an das höhere Niveau herangeführt werden und Nana Ampomah wird länger brauchen, um sich an das Tempo und die nötige Abwehrdisziplin im deutschen Fußball zu gewöhnen. Da erscheint Kelvin Ofori als großes Talent schon weiter zu sein. Doch der 17-Jährige hat bislang nur den Status des Testspielers.

Die Atmosphäre

Eigentlich hat sich durch die Neuen wenig am Teamgefüge geändert, die Atmosphäre erscheint auf den ersten Blick gut. Doch das täuscht. Es gibt eine latente Unruhe. Das liegt unter anderem an der Vertragssituation von Abwehrchef Kaan Ayhan, der sich bislang nicht zu 100 Prozent zu Fortuna bekennt. Auch die Aussagen von Matthias Zimmermann und Kevin Stöger, ihre Verträge noch nicht vorzeitig verlängern zu wollen, tragen nicht zu mehr Ruhe bei. So ist in Bezug auf die Stimmung viel vom Auftaktprogramm abhängig. Und das ist mit Bremen, Leverkusen, Wolfsburg und Frankfurt nicht das einfachste.

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