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Funkel kritisiert mangelndes Engagement seines Teams in Paderborn

Fußball-Bundesliga : Funkel: Das war diesmal eindeutig zu wenig

Der Trainer von Fortuna Düsseldorf erwartet eindeutig mehr als das, was seine Mannschaft beim 0:2 in Paderborn gezeigt hat: „Sie hat zu wenig investiert.“

Fortuna Düsseldorf hat in Paderborn drei wichtige Punkte an einen Gegner verloren, der beim 2:0 (1:0)-Erfolg mit mehr Herz und Willen agiert hat. Zwei Tore mehr oder weniger aus heiterem Himmel reichten gegen das offensivschwache Team von Friedhelm Funkel, um drei verdiente Punkte einzufahren. Damit erzielte Fortuna im 18. Spiel in Folge zum ersten Mal keinen Treffer und ist auch diesmal logischerweise nicht mit 1:0 in Führung gegangen. Nachdem Adam Bodzek kurz vor der Pause die beste Fortuna-Chance freistehend vergeben hatte und dann die Paderborner aus heiterem Himmel zuschlugen, lief das Spiel für de Platzherren in die richtige Richtung.

„Wir haben in der ersten Hälfte viel zu wenig investiert und den Ball nur hin- und hergeschoben“, kommentierte Friedhelm Funkel den farblosen Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Hälfte. Er hatte sich für fast die gleiche Aufstellung wie im siegreichen Spiel gegen Mainz entschieden. Mit Dreierkette, aber ohne den angeschlagenen Kenan Karaman war es in die 90 Minuten beim Tabellenletzten gegangen. Beim Gegner hatte es unter der Woche geknallt. Denn Trainer Steffen Baumgart hatte, wie Ex-Fortune Michael Ratajczak berichtete, an die Ehre seiner Spieler appelliert, die unbedingt gerade gegen die Düsseldorfer die Wende schaffen sollten.

 Zack Steffen ist geschlagen, weil der Ball genau ins Eck passt. Am Torhüter von Fortuna Düsseldorf lag es in Paderborn am wenigsten, dass die Gäste als Verlierer vom Platz gingen.
Zack Steffen ist geschlagen, weil der Ball genau ins Eck passt. Am Torhüter von Fortuna Düsseldorf lag es in Paderborn am wenigsten, dass die Gäste als Verlierer vom Platz gingen. Foto: Christof Wolff

Fortuna war bemüht darum, möglichst gut zu stehen und keine Fehler zu begehen. Paderborn versuchte hingegen, im dichten Abwehrverbund der Fortuna eine Lücke zu finden. „Wir haben defensiv sehr gut gestanden und nichts zugelassen“, sagte Fortunas Trainer. „Aber wir wurden dann für unsere Passivität bestraft.“ Ein Offensivspektakel hatte ohnehin niemand erwartet. Von spielerischem Glanz war auf beiden Seiten nicht allzu viel zu erkennen. Dann kam die besagte Szene, als sich Jean Zimmer an der Torauslinie durchspielte und den freistehenden Adam Bodzek ideal einsetzte. Doch der Kapitän der Fortuna kam aus 13 Metern in Rücklage. Der Ball flog über das Tor. Und fast im Gegenzug ging der Gastgeber wie aus dem Nichts in Führung. Abdelhamid Sabiri traf aus 20 Metern mit einer Bogenlampe völlig überraschend zum 1:0 ins Fortuna-Tor.

Adam Bodzek vergibt auch seine zweite große Torchance

Mit unveränderter Aufstellung versuchten die Gäste nach der Pause so etwas wie Offensivgeist zu entwickeln. „Es fehlten uns heute die Läufe in die Tiefe. Das war zu wenig. Wir sind irgendwie nicht richtig nach vorne gekommen“, sagte Funkel. Und den Schalter richtig umzulegen, gelang den Gästen tatsächlich nicht. Die Fortuna war an diesem Tag nicht in allen Situationen aufmerksam genug. Nach einer Flanke von links hielt Sebastian Schonlau nur kurz den Kopf hin, und der Ball flog zum 2:0 über Steffen in den rechten Torwinkel des Fortuna-Tores.

Dass es nicht der Tag der Gäste war, zeigte sich in den Minuten danach, als erst Adam Bodzek erneut in aussichtsreicher Position vergab und dann auch freistehend Rouwen Hennings eine Minute später aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbeischoss. Immerhin waren das mal Lebenszeichen der Offensivbemühungen. Die Einwechslungen der Flügelspieler Erik Thommy und Nana Ampomah hatte wenig Effekt, und so musste sich die Fortuna in die eigentlich vermeidbare Niederlage fügen.

Und dann wurde Friedhelm Funkel doch noch etwas deutlicher: „Ich erwarte von meiner Mannschaft einfach mehr. Das war zu wenig.“ Das Spielerische sei zum Teil vergessen worden. Vor allem in der ersten Hälfte habe die Balance und das Kämpferische gefehlt. „Ich bin davon überzeugt, dass die sechs Mannschaften, die da unten stehen, den Kampf um den Klassenerhalt ausfechten werden. Ich kann unsere Stärken und Schwächen einschätzen, weil ich ja schon ein paar Tage dabei bin.“ Fortuna werde bis zum Schluss zittern müssen.