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Fortuna Düsseldorf: Für Fortuna ist noch Luft nach oben

Fortuna Düsseldorf : Für Fortuna ist noch Luft nach oben

Erst lief es beim 2:0-Erfolg in Aue für das Funkel-Team offensiv nicht optimal. Dann kam die Defensive unnötig stark unter Druck.

Düsseldorf. Auch im Erfolgsfall weicht Friedhelm Funkel nicht von seinen Prinzipien ab. „Ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass ich den Start meiner Mannschaft erst nach sechs oder acht Spieltagen beurteilen werde“, sagte Friedhelm Funkel. „Nur so viel: Insgesamt war das bis jetzt ganz ordentlich.“ Nicht zufrieden war Fortunas Cheftrainer mit der Schlussphase, in der die Fortuna zu wenig aktiv war und kaum Zugriff aufs Spiel hatte, weil die Bälle so schnell verloren wurden.

„So tief wollten wir in den letzten 30 Minuten nicht stehen. Wir konnten uns nicht mehr richtig befreien“, sagte Funkel, der feststellte, dass der Gegner in der ersten Hälfte nur auf Fehler der Gäste gewartet hatte. Fortuna ging aber in der Offensiv kaum ein Risiko ein und ließ sich nicht auskontern, sondern wartete geduldig auf ihre Chance. Während die Zuschauer wenig Torraumszenen sahen und ihren Unmut äußerten, war Funkel zufrieden mit der kontrollierten Spielweise seiner Mannschaft.

Ähnlich sah es auch Rouwen Hennings, der seine Mannschaft erst kurz vor der Pause überraschend in Führung gebracht hatte. Trotz seines bis dahin fehlerbehafteten Spiel war Fortunas Stürmer Nr. 1 genau zum passenden Zeitpunkt zur Stelle. „Auch wenn wir nicht alles richtig gemacht haben, können wir zufrieden sein“, sagte der 29-Jährige und bezog sich damit vor allem auf die zweite Spielhälfte. Wirkungsvoll konnte sich die Fortuna da vom Druck des Gegners nicht mehr befreien. Es lag an der hohen Zahl der Fehlpässe, aber auch daran, dass nicht alle Fortunen schnell genug nachrückten und so Anspielstationen fehlten. Natürlich standen die Spieler von Aue ihren Gegenspielern auch auf den Füßen, um den Ball schnell zurückzugewinnen. Da fehlt einfach noch die Routine beispielsweise bei einem Marcel Sobottka und die Übersicht bei seinen Mitspielern, um ein Spiel zu beruhigen, den Ball über längere Phasen in den eigenen Reihen zu halten und den Gegner ins Leere laufen zu lassen.

Von einer großen Veränderung innerhalb der Mannschaft gegenüber der Vorsaison war auch in Aue nicht die Rede. Bis auf Niko Gießelmann stand in Aue kein Neuzugang in Fortunas Startaufstellung (sieben Spieler standen bereits im Dezember in Aue in der Startaufstellung). Und erneut haperte es im Spiel nach vorne. Gegen die zunächst tiefstehenden Sachsen fand die Fortuna kein Durchkommen. Und wenn es dann mal über die Flügel ging, kamen die Flanken ungenau in den Strafraum geflogen. Auch mit den Kontern konnte Friedhelm Funkel nicht zufrieden sein. Ein einziger — zugegeben genial gespielter Gegenagriff führte zum Erfolg (2:0). Zum einen wird deshalb die Effizienz gelobt. Andererseits hat sich die Fortuna diesmal nur vier Möglichkeiten in 90 Minuten herausgespielt. Damit soll nicht das Haar in der Suppe gesucht werden, aber gegen stärkere Gegner ist das zu wenig und wäre bei etwas mehr Glück der Gastgeber auch jetzt bereits ins Auge gegangen.

Fortuna ist weder stabil, noch konstant. Aber das muss sie nach zwei Spieltagen auch noch nicht. Es ist auch besser, sich schwächere Aktionen nach einem Sieg als nach einer Niederlage in der Videoanalyse anzusehen. Das heißt, dass es jetzt eine Weiterentwicklung geben muss. Das soll auch im Bereich Personal geschehen. Denn Trainer Friedhelm Funkel hofft (wartet) noch auf die Verpflichtung von zwei weiteren Spielern.

Havard Nielsen hat eine Faserverletzung im Hüftbeuger erlitten und muss bis auf weiteres aussetzen.