Friedhelm Funkel stimmt Lobeshymne auf Bremens Florian Kohfeldt an​

Fußball-Bundesliga : Funkel stimmt Lobeshymne auf Kohfeldt an

Bis auf das Alter haben die beiden Trainer vieles gemeinsam. Beide gehen sehr menschlich an das harte Geschäft Profifußball heran und sind erfolgreich.

Das Pokalspiel von Werder Bremen gegen den FC Bayern München (2:3) am Mittwoch war natürlich eine „Pflichtlektüre“ für Fortunas Cheftrainer. Schließlich trifft die Mannschaft von Friedhelm Funkel am Samstag auf die Hanseaten, die sehr unglücklich gegen den Rekordmeister aus dem Pokal ausgeschieden sind. Wie der Trainer des geschlagenen Teams dieses Schicksal kommentierte, nötigte allen Respekt ab. Denn Florian Kohfeldt suchte nicht etwa die alleinige Schuld beim Schiedsrichter, der einen zweifelhaften und letztlich entscheidenden Elfmeter gegen die Bremer gepfiffen hatte.

Kohfeldt ist an der Weser ein Sympathieträger, dem Funkel sehr viel Respekt entgegenbringt. Und nicht nur das: beide Trainer sínd deshalb beliebt, weil sie im harten Profigeschäft menschlich geblieben sind und sich nicht nur Platitüden bedienen, wenn sie Spiele analysieren oder strittige Szenen kommentieren. „Florian Kohfeldt ist sehr geerdet und in seinen Aussagen sehr klar“, sagt Funkel über seinen Kollegen. Er habe Werder inzwischen sehr stabilisiert mit einer Art Fußball zu spielen, die zu seinen Spielern passen würde. Dass er Max Kruse als Kapitän Verantwortung übergeben hat, sei aus Funkels Sicht eine sehr kluge Entscheidung. „Es ist Kohfeldts Verdienst mit Frank Baumann an seiner Seite, dass Bremen sogar noch auf die internationalen Plätze kommen kann“, erklärt Funkel, der glaubt, dass der Bremer Cheftrainer in den kommenden Jahren noch weiter auf sich aufmerksam machen werde, auch weil er für jeden Spieler die richtige Position findet. „Und wie er den ,alten Sack’ Claudio Pizarro eingebunden hat, ist sensationell.“

Funkel: Pokalspiel der Bremer hat keine Auswirkungen

Friedhelm Funkel. Foto: picture alliance/dpa/Marius Becker

Fortunas Trainer erwartet, dass die Bremer trotz der anstrengenden Pokalaufgabe gegen die Bayern nicht groß rotieren werden. Kohfeldt würde immer nur auf einer oder zwei Positionen wechseln, meint Funkel, der keinen großen Kräfteverschleiß beim Gegner erwartet. „Profis regenerieren ohne Probleme zwischen einem Spiel am Mittwoch bis zur nächsten Aufgabe am Samstag“, sagt der 65-Jährige. Und auch von der Stimmung in der dann ausverkauften Arena werden sich die Bremer antreiben lassen. Das werde sie in jedem Fall motivieren. Ob dann die Enttäuschung über das Pokal-Aus aus den Köpfen der Bremer verschwunden ist, muss abgewartet werden. Leichter wird es für die Fortuna so oder so nicht.

Aber der Ehrgeiz in Funkels Team ist groß, die 40-Punkte-Marke zu überspringen. „Die Mannschaft will dieses Ziel erreichen und gute Leistungen bringen. Und auch die Position in der Tabelle ist uns noch wichtig“, sagt Fortunas Trainer, der kein Nachlassen seiner Spieler spürt.