Frankfurt besiegt Fortuna - Funkel hadert nach unglücklicher Niederlage nicht

Frankfurt besiegt Fortuna : Funkel hadert nach unglücklicher Niederlage nicht

Stürmer Bas Dost leitet bei seinem Einstand für Frankfurt die Wende ein. Das Funkel-Team verliert trotz starker Leistung mit 1:2.

Unglücklich verloren – und dennoch: „Ich bin nicht traurig“, sagte Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel nach der 1:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt. In der 86. Minute kassierte seine Mannschaft den entscheidenden Treffer, gegen ein Team, das lange keine Einstellung zum guten Spiel der Gäste gefunden hatte. „Das war das beste Saisonspiel meiner Mannschaft“, schob Funkel nach, der den 3:1-Auftaktsieg in Bremen als überaus glücklich gewertet hatte. „Auf jeden Fall passt dieser Auftritt in unsere Serie der guten Auswärtsspiele. Schade ist es natürlich schon, dass sich meine Mannschaft nicht zumindest mit einem Punkt belohnt hat.“

Aggressiv begegneten die Düsseldorfer der zunächst etwas träge wirkenden Eintracht, die am Donnerstag noch im Qualifikationsspiel für die Europa League gefordert war. Die Gastgeber schienen trotz der hervorragenden Unterstützung durch ihre Fans nicht völlig bei der Sache zu sein. „Nein, das ist keine Entschuldigung“, sagte Friedhelm Funkel. „Meine Mannschaft hat so gut gespielt, dass der Gegner einfach nicht zurecht kam.“

In Punkto Kampfgeist und Handlungsschnelligkeit war die Fortuna ihrem Gegner in den ersten 45 Minuten deutlich überlegen. Vor allem das erfahrene Mittelfeld mit dem lange überragenden Alfredo Morales und den Routiniers Adam Bodzek und Oliver Fink zeigte den individuell eigentlich stärkeren Frankfurtern die Grenzen auf. Schon früher als in der 36. Minute hätten die Gäste in Führung gehen können. Sie nahmen das Kopfball-Tor von Rouwen Hennings nach Flanke von Alfredo Morales und den Vorsprung verdientermaßen mit in die Pause.

Die Reaktion der Frankfurter war klar: Der unter der Woche verpflichtete Bas Dost kam direkt nach dem Wechsel in die Partie. Der Niederländer, der nach 1234 Tagen seit seinem letzten Tor in der Bundesliga wieder traf, brachte nicht nur neuen Schwung in die Bemühungen der Gastgeber, sondern verunsicherte auch eine bis dahin tadellos arbeitende Fortuna-Verteidigung. In der 57. Minute schoss er den Ausgleich und trieb damit die wacher werdenden Frankfurter zu einer Energieleistung, die den Druck auf das Fortuna-Tor und die Abwehrspieler erhöhte und Fehler erzwang. Der auf Frankfurter Seite herausragende Gonzalo Pacienzia traf in der 86. Minute zum schmeichelhaften Siegtreffer der Eintracht.

Die Spieler der Fortuna nahmen die Niederlage nicht so leicht, wie es ihr Trainer zumindest äußerlich tat. „Das war mehr als unglücklich“, erklärte Kapitän Oliver Fink. „Zumindest einen Punkt hätten wir uns verdient.“ Von einer ärgerlichen Niederlage und großem Frust sprach Abwehrspieler Andre Hoffmann. „Natürlich kann man auf dieser Leistung aufbauen“, sagte Erik Thommy. Aber es war ihm anzusehen, dass er eifrig bemüht war, die Fassung zu wahren.

Dass es weiterhin noch große Unterschiede zwischen beiden Clubs gibt, stellte Friedhelm Funkel schließlich klar: „Wir können es uns nicht mehr leisten, noch einen Spieler bis zum Transferschluss zu verpflichten. Unser Etat ist ausgeschöpft.“ In Frankfurt hat die mannschaftliche Geschlossenheit und der Teamgeist nicht gereicht. Individuelle Klasse schießt Tore. Das hat Fortuna schon gegen Leverkusen erfahren müssen, nun aber gezeigt, wie nahe man einem Erfolgserlebnis auch gegen stark besetzte Gegner sein kann.

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