Fortunas Wunschstürmer hat unterschrieben

Fortunas Wunschstürmer hat unterschrieben

Das Tauziehen um Marvin Ducksch ist beendet. Der Torjäger kommt für vier Jahre zum Aufsteiger und zu einer Ablösesumme, die zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro liegen soll.

Düsseldorf. Im Sommer 2016 schien ein großer Traum für Marvin Ducksch beendet zu sein. Der Stürmer wechselte von Borussia Dortmund und aus dem Scheinwerferlicht der Ersten Liga zum Millerntor nach St. Pauli. In der Bundesliga hatte sich der jetzt 24-Jährige nicht durchsetzen können. Auf acht Spiele und ein Tor war der gebürtige Dortmunder nur gekommen. Auch das Spieljahr zuvor in Paderborn, wohin er ausgeliehen worden war, hatte ihm kein Glück gebracht. Dort war er lange wegen eines Mittelfußbruchs ausgefallen. Jetzt ist Ducksch wieder in der Bundesliga gelandet und kommt mit großen Vorschusslorbeeren, was seine Torgefährlichkeit angeht, an den Rhein.

Die Macher beim FC St. Pauli haben erfahren, dass der 24-Jährige kein pflegeleichter Charakter ist. Er sagt in der Öffentlichkeit auch schon mal seine Meinung und ist alles andere als stromlinienförmig. Dass aber mit Arroganz und Dummheit gleichzusetzen, wie es in manchen Medien geschehen ist, wird dem besten Torjäger und Scorer der vergangenen Saison in der 2. Bundesliga nicht gerecht. St. Pauli hatte ihm nicht vertraut und ihn nach Kiel geschickt. Jetzt wollte Ducksch nicht mehr für St. Pauli die Kohlen aus dem Feuer holen.

(Marvin Ducksch (r.) vor acht Jahren im Zweikampf der U 17 mit dem Fortunen Muhammet Bayrak. Archivfoto: Homü)

Falls Ducksch nur halbwegs das umsetzen kann, was er mit den Kieler Störchen gezeigt hat, ist er die Ablösesumme wert, die irgendwo zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro liegen soll. Er ist für diese Summe schon fast ein Schnäppchen, falls er die hohen Erwartungen erfüllen sollte. Im Falle des Klassenerhalts oder Weiterverkaufs sollen übrigens Nachzahlungen fällig werden. Der Verein nannte keine Zahlen in Sachen Ablöse oder Gehalt.

Auch seine von ihm ausgeführten Freistöße und Ecken waren zuletzt brandgefährlich und haben dazu beigetragen, dass Holstein Kiel die Überraschungs-Mannschaft der vergangenen Saison wurde. Und ein Schlitzohr ist er darüber hinaus auch, was Fortunas Verteidiger Robin Bormuth bestätigen kann. Denn Ducksch tunnelte vor seinem Treffer zum 1:1-Endstand in der Arena seinen neuen Mannschaftskameraden und traf dann gegen Raphael Wolf mit einem Schlenzer ins lange Eck.

Etwas überraschend ist die Laufzeit des Kontraktes. Vier Jahre soll Ducksch für Fortuna spielen. Auf der einen Seite eine Absicherung, falls er bei seinem neuen Verein auch in der Bundesliga sehr erfolgreich sein und für andere, größere Clubs interessant werden sollte. Andererseits ein Risiko, falls Profi und Club nicht miteinander klar kommen sollten.

„In meinem ersten Gespräch mit Friedhelm Funkel hat er mir aufgezeigt, wie ich mich in bestimmten Situationen besser verhalten kann. Da habe ich mir gedacht: ‚Das hätten nicht viele Leute gesehen!’“, sagte Ducksch. „Also hatte ich von Anfang an ein sehr gutes Gefühl.“ Der 24-Jährige ist beeindruckt vom Stadion, den Fans, der Euphorie und der Stadt. „Da ist mir die Entscheidung nicht mehr schwergefallen.“ Friedhelm Funkel sagte, dass Ducksch bewiesen habe, dass er ein sehr torgefährlicher Stürmer sei. „Durch seine körperliche Präsenz, sein Kopfballspiel und seinen starken rechten Fuß ist er eine wichtige Verstärkung für unser Offensivspiel“, sagte Fortunas Cheftrainer. „Wir freuen uns, dass sich Marvin als Torschützenkönig der 2. Liga für uns entschieden hat.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung