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Fortunas Vorstand Koke: „Wir sind stolz auf die Solidarität der Fans“​

Interview mit Fortunas Marketing-Vorstand : „Wir sind stolz auf Solidarität der Fans“

Fortunas Marketing-Vorstand Christian Koke spricht im ersten Teil unseres Interviews über die aktuelle Corona-Krise und die Eigenvermarktung des Vereins.

Das Jubiläum zum 125-jährigen Vereins-Bestehen hatten sich alle bei Fortuna Düsseldorf etwas anders vorgestellt. Das Fest am eigentlichen Geburtstag, am 5. Mai, wird nicht oder keineswegs im geplanten Umfang stattfinden. Doch der Verein versucht trotzdem alles dafür zu tun, das Jubiläum gebührend zu feiern. Wir sprachen auch darüber mit Vorstandsmitglied Christian Koke, der sich als Fachmann für Marketing und Vermarktung besonders um dieses Thema kümmert.

Herr Koke, das Jubiläums-Trikot kommt anscheinend bei den Fans gut an. Was erwarten Sie sich davon?

Christian Koke: Es ist schon ein besonderes Jubiläum. Und es ist eine der Aktionen, die wir zu diesem Anlass vorgesehen haben und war lange vor der Corona-Krise initiiert worden. Das Trikot ist ganz in Weiß gehalten, sogar unsere Partner Henkel, Toyo Tires und Uhlsport sind in weiß auf dem Trikot. Auch das erste Logo des Vereins ist mit aufgenommen. Es ist eine Mischung aus Tradition und High-Tech, hat eine limitierte Auflage von 3500 Exemplaren, die nun online verkauft werden.Wir hoffen, dass die Mannschaft noch in dieser Saison einmal damit spielen wird, es war eigentlich für die Jubiläumswoche vorgesehen.

Gibt es bereits eine Rückmeldung von der Dauerkarten-Aktion?

Koke: Wir hatten es nicht - wie sonst eine Woche vorher – angekündigt und trotzdem sind schon rund 2000 Dauerkarten für die kommende Saison verkauft. Die Solidarität der Fans mit Fortuna ist großartig. Die Preise sind nicht erhöht worden, und die Aktion von 10 Prozent Rabatt ist sehr gut aufgenommen worden. Und auch bei dem Angebot der Rückerstattung - sollte die aktuelle Saison nicht fortgesetzt werden - haben uns viele Fans signalisiert, dass sie die nicht annehmen wollen. Hauptsache, Fortuna kommt gut durch diese Krise. Das ist sehr bemerkenswert und macht uns stolz.

Haben Sie die Hoffnung, dass die Saison nach dem 31. August mit Zuschauern beginnen wird?

Koke: Das ist im Moment sehr schwer einzuschätzen, da kann nur mein Bauchgefühl sprechen. Ich hoffe es einfach, und sollte es dann so kommen, wären wir vom geplanten Starttermin der Bundesliga ja auch nicht weit entfernt. Da sind Politik und DFL gefragt. Und man muss schauen, was es für Auswirkungen hat, wie mit der aktuellen Spielzeit verfahren wird.

Wie wird das denn jetzt in dieser schwierigen Lage mit der Selbstvermarktung funktionieren?

Koke: Die Krise hat auch eine positive Seite. So sind wir nun extrem gut in unserem Zeitplan, was die Umsetzung der Themen angeht. Konzept erstellen, Mitarbeiter suchen, die wir teilweise schon eingestellt haben und erste Themen umsetzen – wir sind da schon sehr gut unterwegs. So haben wir zum Beispiel eine eigene Fortuna PartnerApp vorgestellt, um mit unseren Partnern und Sponsoren in einen direkten und schnelleren Austausch zu kommen. Wir sind die Ersten in der Bundesliga, die das umsetzen konnten. Damit haben wir ein echtes Pfund in der Hand. Das wird durch einen Partner-Podcast und einen digitalen Stammtisch ergänzt. Damit zeigen wir unseren Partnern, dass wir andere Wege gehen wollen und mehr Nähe suchen. Wir merken, dass das bei unseren Partnern sehr gut ankommt.

Was hat die Corona-Krise für einen Einfluss auf den wirtschaftlichen Status der Fortuna?

Koke: Das ist für uns natürlich eine herausfordernde Situation. Wir sind auch hier mit unseren Partnern in den Gesprächen und spüren eine große Solidarität. Sie wollen uns helfen. Es ist so, dass wir zum 31. März mehr Kündigungen hatten als im Vorjahr. Aber das hat unterschiedliche Gründe. Da sind auch Partner, die vorsorglich eine Loge kündigen, die sie nur in der ersten Liga haben wollen. Und natürlich gibt es Sponsoren, die sich zurückhalten, weil sie die augenblickliche Krise nicht überschauen zu können. Da haben wir Verständnis, bleiben aber mit diesen Partnern im Gespräch. In der Summe tut uns das natürlich weh. Von den größeren Sponsoren haben wir zum Glück keine derartigen Signale erhalten. Bei allen unseren Partnern wollen wir in dieser Krise erst recht nah dran sein.