Fortunas „Kinderfußball“ wird nicht bestraft

Fortunas „Kinderfußball“ wird nicht bestraft

Klarste Konterchancen werden in Oberhausen vergeben. Meier muss Abwehr umbauen.

Düsseldorf. Die kurzzeitige Wut gegenüber Jens Langeneke hatte Norbert Meier schnell runtergeschluckt. „Zweimal Gelb wegen dieser doppelten Meckerei“, wie Fortunas Trainer die Strafe für Fortunas Abwehrchef nach dem 2:1-Sieg in Oberhausen bezeichnet hatte, bringt immerhin (Buß-)Geld in die Mannschaftskasse. Auch eher ohne wirtschaftlichen Verlust für den Fußball-Zweitligisten blieb die mangelhafte Chancenverwertung in der Schlussphase des Derbys.

„Das war Kinderfußball“, schimpfte Norbert Meier. In fünf Aktionen in zahlenmäßiger Überlegenheit spielte die Fortuna unüberlegt und hektisch. Statt für die Entscheidung zu sorgen, wurden die Bälle sogar noch den Oberhausenern wieder in die Füße gespielt. Über einen Ballverlust von Thomas Bröker, der nach einem Konter mit dem Ball am Fuß in die eigene Hälfte zurückkehrte und den prompt verlor, ärgerte sich Meier besonders.

„Letztlich bin ich natürlich froh, dass wir gewonnen haben, weil jeder Punkt bei der Berechnung der TV-Gelder wichtig ist“, sagte Fortunas Trainer. „Aber das hätte zum Schluss auch noch schief gehen können, weil wir das nicht konsequent zu Ende spielen.“

Maximilian Beister schob diese Mängel auch auf den Untergrund. „Es war kein Boden, um guten Fußball zu spielen“, erklärte der Stürmer, der die Fortuna nach einer Stunde mit dem 2:1 auf die Siegerstraße gebracht hatte. „Im Überzahlspiel müssen wir trotzdem auf jeden Fall ruhiger agieren.“

Sorge, dass der Umbau der Abwehr durch die Sperren von Langeneke und Johannes van den Bergh (Foto/fünfte Gelbe Karte) am Freitag gegen Union Berlin Probleme bereiten wird, hat Trainer Meier nicht. „Wir haben genügend Spieler“, sagt Meier und meint damit, dass Spieler wie Tiago und Kai Schwertfeger problemlos „reingeworfen“ werden können. Um die Premiere in der „Baby-Arena“ haben sich Langeneke und van den Bergh damit gebracht.

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