Fortunas Erfolge in der Bundesliga sind Resultat eines Lernprozesses

Fortuna Düsseldorf : Fortuna-„Lernprozess“ trägt Früchte - diese Spieler zeigen es

In der Hinrunde ist immer wieder auf die mangelnde Erfahrung der Fortuna in der Bundesliga verwiesen worden. Inzwischen hat die ganze Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht - erkennbar ist das auch an einzelnen Spielern.

Der Begriff fiel in den Pressekonferenzen der Hinrunde immer wieder: „Lernprozess“. Friedhelm Funkel benutzte ihn, in der Mixed Zone nach einzelnen Spielen war er auch von vielen Profis von Fortuna Düsseldorf zu hören. Die sportlich handelnden Personen auf und neben dem Rasen wurden nicht müde zu betonen, dass während dieses Lernprozesses Geduld erforderlich ist — mit Einzelnen, mit der gesamten Mannschaft. Spätestens beim 3:0 über den erschreckend schwachen VfB Stuttgart am vergangenen Sonntagabend dürfte jeder, der es mit dem aktuellen Tabellenzwölften der Fußball-Bundesliga hält, erkannt haben, dass jener Lernprozess Früchte getragen hat.

Die Fortuna hat ihre Anlaufzeit benötigt. Neun Punkte gab es in den ersten 14 Spielen, seither in sieben Begegnungen stolze 16 davon. In diesem Zeitraum war nur der FC Bayern München besser (18 Punkte). Wenngleich diese Erfolgsserie mit hoher Wahrscheinlichkeit keine dauerhafte Fortsetzung erleben wird, so zeigen die jüngsten Auftritte der Fortuna dennoch, wie sehr die Mannschaft als Ganzes gereift ist. Erkennbar ist dies an Spielern aus einzelnen Mannschaftsteilen.

Dodi Lukebakio

Der mit sieben Toren erfolgreichste Schütze des Aufsteigers wirkt nicht mehr wie ein überdurchschnittlicher Individualist, sondern ist zum „Teamplayer“ geworden. Lukebakio machte auf der linken Außenbahn gegen Stuttgart eines seiner besten Spieler im Fortuna-Trikot. Der Belgier arbeitete fleißig in der Defensive mit, eroberte dabei Bälle in der Nähe des eigenen Strafraumes und suchte immer wieder den freien Mitspieler anstatt etwas auf eigene Faust zu versuchen oder überhastet selbst abzuschließen. Das sah bei ihm in der Hinrunde oft anders aus.

Adam Bodzek und Oliver Fink

Die beiden Routiniers im Kader von Cheftrainer Friedhelm Funkel sind mit 33 und 36 Jahren nicht mehr jede Woche für 90 Minuten gut. Trotzdem weiß Funkel genau, gegen welchen Gegner und auf welcher Position beide entscheidend mithelfen können. Ist das Spieltempo hoch, setzt der Trainer auf andere Kräfte, doch zuletzt gegen Stuttgart gehörten Bodzek in der Defensive und Fink in der Zentrale wieder einmal zu den besten Düsseldorfern. Beide haben trotz ihrer schon großen Erfahrung noch einmal dazugelernt, wie es in der Bundesliga funktionieren kann.

Kaan Ayhan

Wäre der türkische Nationalspieler nicht mit der Fortuna aufgestiegen, so hätte der Karriereweg des 24-Jährigen womöglich an anderer Stelle in der Bundesliga eine Fortsetzung erfahren. In der Hinrunde noch oft mit Problemen gegen so manchen Gegenspieler, hat sich Ayhan zu einem soliden Bundesliga-Verteidiger entwickelt. Gegen die Bayern und Mainz ließ Funkel seinen Abwehrchef draußen, dann kehrte Ayhan gegen Freiburg zurück und traf beim 2:0 doppelt. Seither hat er keine Bundesliga-Minute mehr verpasst. Wie so viele andere im Team, hat auch Ayhan in den ersten Saisonspielen wertvolle Erfahrungen gesammelt. Davon profitiert die Fortuna aktuell. So, wie es Funkel vor Monaten immer wieder betonte. Beendet ist dieser Lernprozess aber gewiss noch nicht.

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