Fortunas Düsseldorf: Das macht Nürnberg gefährlich - der Club hat sich noch nicht aufgegeben

Gegner am Samstag : Fortunas Düsseldorf - Das macht Nürnberg gefährlich

Das 0:0 gegen Borussia Dortmund hat Nürnberg neu belebt.

0:0 gegen Borussia Dortmund gewonnen. Zumindest als moralischer Sieger durfte sich der 1. FC Nürnberg am vergangenen Montag fühlen, auch wenn die Rot-Schwarzen weiterhin das Tabellenende der Fußball-Bundesliga zieren. „Wir leben“, sagte Abwehrspieler Lukas Mühl in Anspielung auf das Vereinslied und auch Linksverteidiger Tim Leibold sprach von wieder neu gewonnenen Selbstvertrauen. „Wir sind stolz auf dieses Unentschieden und fahren jetzt mit etwas breiterer Brust nach Düsseldorf.“

Beim Mitaufsteiger muss sich zeigen, ob der Punkt gegen den Spitzenreiter nur ein Strohfeuer war oder die Auswechslung der sportlichen Führung tatsächlich den erhofften Effekt mit sich bringt. Denn trotz lediglich 13 Zählern hat der finanziell gesehen kleinste Fisch im Haifischbecken Bundesliga immer noch die Chance auf den Klassenerhalt, da sich das Trio im Tabellenkeller wie auf einer Dreisine mit vier platten Reifen bewegt. Stuttgart bildet auf wie neben dem Platz keine Einheit. Und Hannover ist nur noch die desolate Karikatur eines handlungsfähigen Klubs.

Schweren Herzens griff die Club-Führung zur letzten Patrone

Beides trifft auf den 1. FC Nürnberg nicht zu und deshalb tat sich die Vereinsführung auch trotz 15 sieglosen Spielen in Folge so schwer, Trainer Michael Köllner sowie Manager Andreas Bornemann vergangene Woche zu entlassen. Bornemann konsolidierte seit September 2015 den von der Insolvenz bedrohten FCN durch clevere Transfers wirtschaftlich, Köllner baute eigene Talente ein und schaffte den Aufstieg. Seit einiger Zeit aber ließ sich bei Köllner kein wirklicher Plan mehr erkennen. Zu späte Wechsel sowie viele Umstellungen vor, aber nur wenige in den Spielen — mindestens drei Niederlagen gehen auf Köllners Kappe.

Weil Bornemann dennoch loyal zu ihm stand, musste er mitgehen. Interimsweise haben der in Leverkusen geborene 40 Jahre alte Co-Trainer Boris Schommers sowie „Glubb“-Legende Marek Mintal übernommen und mit dem 0:0 gegen den BVB für eine kleine Aufbruchstimmung gesorgt. In Düsseldorf soll nun die 16 Spiele lange Sieglos-Serie enden, in der Hinrunde gab es mit dem 3:0 gegen die Fortuna den bis dato letzten Erfolg. „Das ist ja dann mal ein gutes Omen“, meint Tim Leibold.

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