Fortunas Abwehrchef Ayhan glaubt an seinen Einsatz im Gladbach-Spiel

Fortuna Düsseldorf : Ayhan glaubt an seinen Einsatz im Gladbach-Spiel

Der Abwehrchef der Fortuna hat sich in Wolfsburg verletzt. Im Derby will Kaan Ayhan aber unbedingt dabei sein und wieder so viel Spaß am Spiel seiner Mannschaft haben wie in den drei Partien unter Uwe Rösler.

Am Samstag um 18.30 Uhr will Kaan Ayhan unbedingt Rasen unter seinen Füßen spüren. Das Bundesliga-Spiel in der Düsseldorfer Arena gegen Mönchengladbach ist ein Derby – und der türkische Nationalspieler liebt bekanntlich Spiele, in den es hoch hergeht und die Emotionen eine wichtige Rolle spielen. Doch Ayhan ist angeschlagen, hat sich in der ersten Häfte in Wolfsburg eine Muskelverletzung zugezogen und fehlte auch am Mittwoch noch im Training. „Ich habe aber ein gutes Gefühl und glaube, dass ich am Samstag spielen kann“, sagt der 25-Jährige. „Dazu muss ich aber noch Minimum ein, zwei Trainings-Einheiten voll durchziehen können.“ Allerdings muss er einräumen, dass er – zum Glück für ihn – keine großen Erfahrungen mit Muskelverletzungen habe. „Im Augenblick möchte ich in Absprache mit dem Arzt allerdings nicht zu viel riskieren, obwohl es mich auf den Trainingsplatz zieht.“ Er gibt zu, dass er trainiert hätte, wenn es allein nach ihm gegangen wäre. Denn er hat derzeit großen Spaß zu trainieren und vor allem zu spielen.

Das ist nach den drei Spielen unter dem neuen Trainer Uwe Rösler verständlich, nachdem einige Spieler unabhängig voneinander erklärt hatten, dass die Auftritte in der Bundesliga und die zweite Hälfte im Pokal in Kaiserslautern Spaß gemacht hätten. Und Kaan Ayhan sagt auch, warum das derzeit der Fall ist: „Wir haben auch von außen die Rückmeldung bekommen, dass es Spaß macht, der Fortuna derzeit zuzuschauen“, sagt Fortunas Abwehrchef. Zumindest für 45, 50 oder 60 Minuten würde das gelten. „Dass 90 Minuten durchzuhalten, wäre natürlich überragend.“ Ayhan ist begeistert von der neuen Ausrichtung der Taktik, durchzumarschieren, mit „elf Kerlen“ den Ball erobern zu wollen und bei Ballbesitz auch damit etwas anfangen zu können. So ist für den türkischen Nationalspieler die wichtigste Änderung, dass die Mannschaft deutlich mehr agiert, als überwiegend zu reagieren. „So haben wir auch jetzt in Valon (Berisha) und Kevin (Stöger) zwei spielfreudige Spieler.“ Vorher sei die Taktik mehr auf Robustheit ausgelegt gewesen, was in Ayhans Augen aber auch nicht schlecht war. Die Zügel seien nun freigeben. Auch er selbst hat vom Trainer die Erlaubnis, sich offensiver einzubringen. „Ich denke nicht mehr, hoffentlich kassieren wir keinen, sondern wie wir den Ball erobern und wie wir ein Tor erzielen können.“

Ayhan: Wir müssen und dürfen mehr ins Risiko gehen

Dass Fortuna mit dem Druck leben muss, unbedingt einen Sieg gegen Gladbach zu holen, sieht Ayhan nicht so. „Wir haben nichts zu verlieren. Wenn man sieht, wie wir in die beiden letzten Spiele hereingekommen sind, hatte ich das Gefühl, dass wir in einem Flow sind und uns in einen Rausch spielen. Das muss auch unser Ziel gegen Gladbach sein“, sagt Ayhan. „Vielleicht sollten wir dann aber in der zweiten Hälfte cleverer spielen und eine Führung mit all der Professionalität, die in einem Bundesliga-Spiel nötig ist, mal nach Hause bringen.“ Es sei bisher so gewesen, dass die Mannschaft bis zum 1:0 eine gute Figur abgegeben habe, um danach abzubauen. „Dann hat das Gehirn angefangen zu arbeiten“, sagt der 25-Jährige. „Da gingen uns einfach zu viele Szenarien durch den Kopf. Wir müssen mutig und bereit sein, ins Risiko zu gehen.“ Dann sei auch klar, „dass wir gegen Mannschaften wie Frankfurt und Wolfsburg auch gewinnen dürfen.“

Die Tatsache, das Andre Hoffmann mit der fünften Gelben Karte auf jeden Fall ausfallen wird, hat für Ayhan selbst keine größere Bedeutung dafür, unbedingt dabei sein zu müssen. „Wir haben genügend gute Spieler, die auf dieser Position spielen können. Auch Markus Suttner ist ja jetzt auch noch dazu gekommen und hat gezeigt, dass er in der Dreierkette spielen kann.“ Trotzdem tut Ayhan alles dafür, um am Samstag selbst dabei zu sein.