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Fortuna-Vorstand Uwe Klein: Sinnbild für Ruhe und Kontinuität

Fortuna stellt neuen Sportvorstand vor : Hoffnung auf Fortuna-Konstante Klein

Björn Borgerding machte am Dienstagmorgen keinen Hehl daraus, was er sich künftig für den Fortuna-Vorstand wünscht: Ruhe und Kontinuität. „Das war teilweise in der Vergangenheit nicht so, aber es ist schon viel, viel besser geworden“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende, als er im Presseraum der Arena saß.

Dort stellte die Fortuna Uwe Klein als neuen Sportvorstand vor. Weil der alte – Lutz Pfannenstiel – nach nicht mal zwei Jahren das Weite gesucht hat. Kein Einzelfall bei Düsseldorfs bedeutendstem Sportverein, der nicht nur auf dem Fußballplatz zu kämpfen hat. Zuletzt wechselten die Vorstände häufiger als die Trainer beim HSV.

Nun also Uwe Klein, eine Art Sinnbild für Ruhe und Kontinuität. Seit 2002 ist der heute 50-Jährige im Hintergrund bei der Fortuna tätig. Damals hätte er sich „nicht träumen lassen, dass ich 2020 hier als Sportvorstand sitze“, sagte er nun. Vor 18 Jahren war ja nicht nur die gerade in die Oberliga abgestürzte Fortuna eine andere, auch Klein war weit von der Vereinsspitze entfernt. Zwölf Jahre lang arbeitete er als Co-Trainer. Bis er mehr wollte und sich Ende 2014 als Sportdirektor in Rostock versuchte. Doch schon im Sommer 2016 kehrte er zurück, wurde Chef-Scout und Kaderplaner bei der Fortuna. Einarbeiten muss er sich also nicht, wenn es um Entscheidungen über Spieler, Trainer, Analysten oder Talentspäher geht. Am Dienstag fielen bereits einige, da gab es neue Verträge im Nachwuchsbereich sowie rund um die Mannschaft – unter anderem für die Co-Trainer Thomas Kleine und Axel Bellinghausen. Zudem könnte bald ein neuer Videoanalyst kommen.

Dass sich seine Rolle dennoch ändert, weiß auch Klein. Er werde sich „mehr zeigen und vor Kameras stellen, aber ich freue mich drauf“, sagte Klein, der als Vorstand eines der Fortuna-Gesichter sein wird. Eines, das auch mal Niederlagen erklären, Trainer feuern oder beliebte Spieler ziehen lassen muss.

Wie der Kader künftig aussieht, ist aber völlig unklar. Denn Klein übernimmt noch in der laufenden Saison. Und derzeit weiß niemand, in welcher Liga die Fortuna bald spielt. Oder inwiefern sich Corona-Krise und Geisterspiele auf Klubkonto und Transfermarkt auswirken. Fehlt der Fortuna bald Geld, um Leistungsträger zu halten? Oder werden die Gehälter im Spitzenfußball so stark sinken, dass die Fortuna nun zuvor unerreichbare Spieler verpflichten kann? Klein hielt sich bedeckt, sagte eher allgemein: „Keiner macht im Moment große Transfers. Das wird auch bei uns so sein.“

Auch in Sachen langfristige Ziele und Philosophie ließ er sich nicht viel entlocken. Will er gezielt Spieler für eine bestimmte Spielkultur verpflichten? Spielt die eigene Jugend durch das neue Leistungszentrum eine größere Rolle? Klein blieb vage, möchte bei Transfers und Ausbildung auf Spieler setzen, die mehrere Positionen und Systeme spielen können. Aber wer will das nicht?

Konkreter wurde er in Sachen Leihspieler. Davon hat die Fortuna zahlreiche im Kader. Einige werden gehen, weil sie zu teuer sind. Bei anderen hofft Klein, über die festgeschriebenen Ablöse noch mal verhandeln zu können. „Die Klauseln wurden geschlossen, als alles noch normal war. Da muss man in der jetzigen Situation vieles neu diskutieren.“ Grundsätzlich werde er weiter auf Leihen setzen, auch wenn es künftig weniger sein sollen. Derzeit gibt es die vor allem in der Innenverteidigung und im zentralen wie offensiven Mittelfeld. Also erwartet Klein auf den Positionen die meisten Veränderungen. Woanders soll es damit erstmal vorbei sein: im Vorstand.