Fortuna verlängert nicht mit Cheftrainer - Funkel kommen die Tränen

Fortuna Düsseldorf: Fortuna verlängert nicht mit Cheftrainer - Funkel kommen die Tränen

Am Rande des Trainingslagers von Fortuna Düsseldorf in Marbella hat Robert Schäfer bekanntgegeben, dass der Vertrag von Cheftrainer Friedhelm Funkel nicht verlängert wird. Es sollen Tränen geflossen sein.

Seit Monaten rumort es im Verein. Das Verhältnis vom mächtigen Vorstand Robert Schäfer zum Trainer Funkel, der mit Fortuna Düsseldorf im vergangenen Jahr in die erste Bundesliga aufgestiegen ist und jetzt zur Winterpause auf Kurs Richtung Klassenerhalt liegt, soll sehr schlecht sein, angeblich auch seit Wochen wortlos.

Zudem konnte man Risse erkennen, als der Verein vor drei Wochen Sportvorstand Lutz Pfannenstiel installierte und Funkel diese Entscheidung, so kommentierte: „Er ist einer der ganz wenigen im Fußballgeschäft, den ich überhaupt nicht kenne."

Vor wenigen Minuten ist den Journalisten im Trainingslager in Marbella die Entscheidung, den Vertrag des bei den Fans beliebten Trainers nicht zu verlängern, von Schäfer mitgeteilt worden. Funkel hatte an diesem Gespräch teilgenommen, ihm seien die Tränen gekommen, heißt es. Der 65-Jährige soll aber die laufende Bundesliga-Saison zu Ende führen, ehe ein neuer Trainer kommen soll.

Der Verein habe die aktuellen Entwicklungen abwarten wollen zum Start der Rückrunde, sagte Schäfer in Marbella, „drei, vier Wochen länger hätten wir noch warten wollen“, hieß es, um danach eine Entscheidung für einen neuen Vertrag fällen zu können. Für Funkel allerdings sei das „eine Frage der Ehre“ und des „mangelnden Vertrauens“.

Der Trainer kann die Entscheidung nach eigener Aussage „überhaupt nicht verstehen“, es sei eine „enttäuschende Entwicklung“. Er habe sogar angeboten, nur einen Vertrag für die erste Liga zu unterschreiben, dazu kommt es nun aber nicht mehr.

In den Gremien sei die Entscheidung von Schäfer und Sportvorstand Pfannenstiel, dem Trainer keinen neuen Vertrag für die Zeit nach der noch laufenden Saison zu geben, abgesegnet worden.

Fortuna Düsseldorf und Trainer Friedhelm Funkel geben Trennung zum Saisonende bekannt. Foto: Christof Wolff

Fortuna veröffentlicht Pressemeldung

Die offizielle Version zum nicht verlängerten Vertrag von Fortuna hat der Club um 15 Uhr verschickt. Mit der Überschrift „Fortuna bedauert Entscheidung von Friedhelm Funkel“ heißt es dort: „Das Angebot von Fortuna Düsseldorf, konkrete Vertragsgespräche dann aufzunehmen, wenn absehbar ist, in welche Richtung sich die Spiele der Rückrunde entwickeln, lehnte Friedhelm Funkel ab. Damit wird sein Engagement bei Fortuna Düsseldorf am 30. Juni 2019 enden.“

Schäfer erklärte in dieser Pressemitteilung weiter: „Wir haben in der Saison 2017/2018 den Vertrag von Friedhelm Funkel bereits in der Winterpause verlängert, weil es um den langfristigen Aufbau einer Aufstiegsmannschaft ging. In diesem Jahr gibt es eine andere Situation, da wir das kurzfristige Ziel des Klassenerhalts haben, was für Fortuna Düsseldorf von überragender Bedeutung ist. Angesichts dessen haben wir im Verein mit allen Gremien verabredet, konkrete Vertragsgespräche mit dem Trainer, aber auch mit den Spielern und dem Funktionsteam erst zu führen, wenn absehbar ist, wie sich die Spiele in der Rückrunde entwickeln.“

Funkel habe diesen Standpunkt akzeptiert, allerdings auf eine schnelle Lösung in der Winterpause bestanden. „Deshalb konnten wir hier leider keinen gemeinsamen Kompromiss finden. Wir respektieren Friedhelms Entscheidung und bedauern es sehr, dass wir keine Einigung erzielen konnten. Der gesamte Verein, Friedhelm Funkel und die Mannschaft werden jetzt zusammen alles dafür geben, den Klassenerhalt zu erreichen.“

Fortunas Sportvorstand Lutz Pfannenstiel, der erst vor wenigen Wochen sein Amt angetreten hat, sagte: „Wir schätzen die hervorragende Arbeit von Friedhelm Funkel und haben großes Vertrauen in ihn. Er ist ein absoluter Profi, der bis zum letzten Tag seine gesamte Kraft für die Fortuna einsetzen wird.“

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