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Fortuna sagt Kartenhändlern im Internet den Kampf an

Fortuna sagt Kartenhändlern im Internet den Kampf an

Tickets für Heimspiele sind heiß begehrt. Einige Mitglieder kaufen sie nur deswegen, um sie bei Ebay teuer zu verkaufen.

Düsseldorf. Es gab Zeiten, da gehörten Karten für die Heimspiele der Fortuna nicht unbedingt in die Kategorie „begehrt“. Noch 2009 versuchten Fans krampfhaft, mehr als 25 000 Zuschauer zum Spiel gegen Union Berlin zu locken. Sie gründeten eine Initiative, warben im Internet und hängten überall in der Stadt Plakate mit dem Slogan „25000+x“ auf.

Knapp drei Jahre später sind derlei Aktionen nicht mehr nötig. Für die erste Bundesliga-Saison seit 15 Jahren haben die Rot-Weißen 31 000 Dauerkarten verkauft. Und auch die restlichen knapp 23 000 Tickets pro Spiel werden bei der aktuellen Euphorie wohl selten lange auf Käufer warten — zumindest bei den großen Spielen.

Die Begegnungen gegen Bayern München am Samstag und im DFB-Pokal am 31. Oktober gegen Mönchengladbach sind längst ausverkauft. Es gab nicht mal einen freien Verkauf. Lediglich Fortuna-Mitglieder konnten Tickets kaufen. Viele andere Fans gingen leer aus.

Umso ärgerlicher ist es für Ingo Krausen, Vorsitzender des Fan-Dachverbands „Supporters Club“ (SCD), dass immer wieder Tickets im Internetauktionshaus Ebay auftauchen. Und zwar nicht nur einige wenige von Fans, die kurzfristig verhindert sind — für diese Fälle gibt es die Internet-Tauschbörse „95erForum.de“, wo Karten zum Originalpreis abgegeben werden. Bei Ebay werden Karten für die Spiele gegen Bayern und Gladbach für dreistellige Summen verkauft. Es hat den Anschein, als würden sich einige Fortunen, aber auch Schwarzhändler gezielt auf Kosten anderer die Taschen vollmachen. Teilweise werden Tickets, die regulär 25 Euro kosten, für mehrere hundert Euro angeboten. Selbst Karten aus dem Kontingent des SCD, der nur an seine Mitglieder verkauft, wurden kurze Zeit später bei Ebay angeboten. „Wir gehen dagegen vor“, verspricht Krausen. So hat der SCD jüngst selbst solche Karten ersteigert, die Verkäufer rausgeschmissen und die Daten an Fortuna weitergeleitet.

In der Geschäftsstelle an der Münsterstraße hängt nun ein Schild zur Thematik. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagt Krausen und freut sich, dass die Maßnahme Wirkung zeigt. Aktuell sind keine Karten aus dem SCD-Kontingent bei Ebay zu finden. Dafür aber umso mehr Tickets für andere Bereiche des Stadions.

Peter Frymuth, Fortunas Vorstand, weiß um die Problematik und spricht von einer „Unverschämtheit“ und „vereinsschädigendem Verhalten“. Der Verein arbeite „mit Hochdruck“ an dem Thema. „Wir überlegen, was wir effizient machen können und sind mit anderen Vereinen in Kontakt, die die Ebay-Problematik länger kennen.“

Experten zum Thema gibt es bei anderen Klubs genug. Schalke 04 hat extra einen Mitarbeiter dafür abgestellt. Bereits seit Jahren schickt der Verein jedem identifizierten Verkäufer ein Anwaltsschreiben und wirft ihn aus dem Verein.