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Fortuna Düsseldorf: Fortuna mit dem Glück der Tüchtigen

Fortuna Düsseldorf : Fortuna mit dem Glück der Tüchtigen

Beim 2:0 gegen Kaiserslautern spielt die Fortuna den Gegner zunächst gekonnt müde und trifft dann zum genau richtigen Zeitpunkt.

Düsseldorf. Es gibt Fußball-Trainer, die sind nach Niederlagen oder sonstigen Enttäuschungen dermaßen angefressen, dass sie ihre öffentlichen Statements so knapp wie möglich halten. Man will im Zorn ja nichts sagen, was man hinterher bereuen könnte.

Wer bei der Pressekonferenz nach dem Zweitliga-Spiel der Düsseldorfer Fortuna gegen den 1. FC Kaiserslautern also rein auf Gemütslagen und Redezeiten achtete, der konnte auf die Idee kommen, die Gäste würden gleich mit drei Punkten in ihren Mannschaftsbus steigen. Während FCK-Trainer Norbert Meier fast drei Minuten lang redete und gar den ein oder anderen Gag einbaute, sprach sein Gegenüber Friedhelm Funkel handgestoppte acht Sekunden. „Ich mache es ganz kurz: Ich bin mit dem Spiel, mit dem Ergebnis und der Leistung sehr zufrieden. Dankeschön.“

Das wollte so gar nicht zur Stimmung passen, die um Funkel herum herrschte. Schließlich hatte die Fortuna mit 2:0 gewonnen und damit — das Pokalspiel in Bielefeld eingerechnet — den dritten Sieg in Folge eingefahren. In den letzten Minuten standen die 25 000 Zuschauer mehrmals auf und feierten ihr Team für den Sprung auf einen Aufstiegsplatz. Ein Team, das sich aufmacht, verlorene Herzen zurückzuerobern. Auch die Spieler kamen aus dem Lächeln kaum noch heraus.

Vielleicht war das Funkel auch alles etwas zu viel. Wer so lange im Geschäft ist wie der 63-Jährige, der lässt sich von sieben Punkten aus drei Liga-Spielen und einer überstandenen Pokal-Runde ja nicht aus der Ruhe bringen. In der kleinen Gesprächsrunde nach der Pressekonferenz sagte Funkel unmissverständlich: „Wir haben drei Spiele gespielt. Ich weiß ja, wie schnell das hier geht. Wie schnell auf einmal Ziele nicht mehr erreicht werden, obwohl sie erreicht worden sind. Dann wird wieder negativ..., ich kenne das doch alles“, sagte der Trainer und erinnerte vorsorglich daran, dass „auch andere Mannschaften Fußball spielen können, nicht nur Fortuna Düsseldorf.“

Eine davon sei der 1. FC Kaiserslautern, der der Fortuna vor der Pause so zusetzte, dass ihr kaum etwas gelingen wollte. So klar wie die Fortuna das Spiel in der letzten halben Stunde dominierte, so ausgeglichen war es zuvor. Lauterns drei Offensivkräfte liefen die Düsseldorfer Dreierkette lange Zeit permanent an, der Rest stellte die Räume zu. Die Fortuna hatte zwar viel Ballbesitz, wusste damit aber nicht viel anzufangen, meist ging es quer oder wieder zurück. Und wenn es doch mal nach vorne ging, war es zu ungenau.

Ein „schwieriges Spiel“ sei das zunächst gewesen, befand Abwehrspieler Kaan Ayhan. „Lautern hat uns heute gerne den Ball überlassen, wir haben gezeigt, dass wir den Ball ordentlich laufen lassen können, ich erinnere mich aber an vier, fünf Aktionen, vor allem in der Umschaltbewegung offensiv. Da haben wir einiges liegen lassen und unpräzise Pässe gespielt, da kamen wir nicht so zwingend vor das Tor.“

Das hatte auch Funkel so gesehen, fand es aber gar nicht negativ. „Auch die erste Halbzeit war gut, für Fußballtrainer war sie gut, weil wir da die Voraussetzung dafür geschaffen haben, dass wir in der zweiten Halbzeit so spielen konnten.“ Und in der Tat: Die Fortuna ließ Ball und Gegner so viel laufen, dass die Pfälzer irgendwann müde werden mussten. Zudem gelang der Fortuna dasselbe wie beim 2:0 in Aue: Gleich mit ihrer ersten richtigen Chance ging sie in einem ausgeglichenen Spiel kurz vor der Pause in Führung. Ihlas Bebou setzte sich nach einer Schmitz-Flanke im Luftduell durch und traf zum 1:0.

Das Tor war zu dem Zeitpunkt natürlich etwas glücklich, wegen der Beharrlichkeit, mit der die Fortuna zuvor gespielt hatte, aber nicht unverdient. Außerdem sorgte es dafür, dass sich die immer müder werdenden Gäste nicht zurückziehen konnten, sondern weiter nach vorne rennen mussten. „Da hat uns das Tor natürlich in die Karten gespielt. Wir sind mehr angelaufen und haben die Räume genutzt“, sagte Funkel, für dessen Team allein der ganz starke Bebou zwei weitere Tore hätte machen können.

Eine der vielen Konterchancen nutzte Florian Neuhaus mit einem herrlichen Fernschuss zum 2:0 (76.). Danach begannen die Feierlichkeiten. Nur einem stand nicht der Sinn nach Party. Und das wird wohl auch noch Monate dauern.