Fortuna Düsseldorf: Fortuna: Kurz geht, Funkel kommt

Fortuna Düsseldorf : Fortuna: Kurz geht, Funkel kommt

Nach dem 0:1 in Sandhausen entlässt Zweitligist Düsseldorf den erfolglosen Kurzzeit-Trainer. Jetzt soll Friedhelm Funkel retten, was in acht Spielen zu retten ist.

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Düsseldorf. Fußball-Wunder gibt es immer wieder. In Düsseldorf können die Anhänger von Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf auf ein solches Fußball-Wunder nur noch hoffen — und eben nicht mehr vertrauen. Viel zu verfahren scheint die Situation nach der vierten Niederlage in Folge. Das 0:1 beim SV Sandhausen am Samstag hat aber nicht nur die größten Teile der verbliebenen Zuversicht in Sachen Zweitliga-Klassenerhalt fortgespült, sondern auch Trainer Marco Kurz: Am Sonntag beurlaubte der Verein den Nachfolger von Frank Kramer als Cheftrainer. Nach sieben Spielen, einem Sieg, einem Remis und fünf Niederlagen hatte Kurz schon ausgesorgt — und so seinem Namen alle Ehre gemacht. „Es geht nur darum, die Fortuna zu retten und den Abstieg zu verhindern“, sagte Fortunas Sportdirektor Rachid Azzouzi. „Daher haben wir die Entscheidung getroffen, Marco Kurz von seinen Aufgaben als Cheftrainer zu entbinden. Die Maßnahme soll der Mannschaft in unserer schwierigen Situation den nötigen Impuls zu geben.“

Nach Kurz, Interimstrainer Peter Hermann und Frank Kramer soll in dieser Woche bereits der vierte Trainer in dieser Saison seine Arbeit in Düsseldorf aufnehmen. Es ist Sonntag wollte der Verein diese Personalie allerdings noch nicht bestätigen. Der 62 Jahre alte Neusser hat aber bereits unterschrieben, wie aus zuverlässigen Quellen zu erfahren war. Immerhin zählte Funkel auch im Dezember, als Marco Kurz geholt worden war, zum engeren Kandidatenkreis. Ob Azzouzi ihn damals nicht gewollt oder aber einfach eine Präferenz für Kurz hatte, ist in der derzeitigen Situation der Fortuna zweitrangig.

Der Trainer Marco Kurz ist nicht nur an der negativen Bilanz der Mannschaft gescheitert. Sieben Spiele hat es der 46 Jahre alte Fußballlehrer auf der Trainerbank ausgehalten, erreicht hat er die Mannschaft zumindest im emotionalen Bereich ganz offensichtlich nicht. Zu leidenschaftslos waren die Auftritte seiner Spieler. Als Höhepunkt darf die Leistung am Samstag in Sandhausen gelten, als es die Mannschaft versäumte, gegen den drohenden Abstieg mit deutlich mehr Vehemenz anzugehen. Und sie kassierte wieder einen kuriosen Treffer nach einer Fehlerkette, die darin mündete, dass der Kapitän Karim Haggui den Sandhäuser Denis Linsmayer anschoss, und der Ball nach dieser Slapstick-Einlage im Tor zum entscheidenden 0:1 landete. Ein Tor, das zur Situation in Düsseldorf passt. Natürlich fehlten die spielerischen Momente eines verletzten Kerem Demirbay oder die Dribblings des ebenfalls nicht einsatzfähigen Sercan Sararer. Aber die leblose Vorstellung war kein einmaliger Aussetzer.

„Wir haben immerhin noch acht Spiele“, war das Einzige, was etwa Fortuna-Spieler Axel Bellinghausen vorbringen konnte, um sich und seinen Mitspielern Mut zu machen. Als der Kämpfer dann zur Pause in Sandhausen angeschlagen ausgewechselt werden musste, war das vermeintlich letzte Symbol für Widerstand aus dem Spiel des Traditionsclubs. „Die Leistungen der Mannschaft in den letzten Spielen und die Niederlage in Sandhausen ließen keine andere Entscheidung zu“, sagte der Interimsvorsitzende Paul Jäger. „Wir konnten nicht erkennen, dass es ein Aufbäumen gegen den Abstieg gibt.“ Somit ist der Auftrag an den neuen Trainer Friedhelm Funkel, der in Krefeld lebt, klar formuliert: Nur mit einer völlig anderen Einstellung als bislang ist der Abstieg der Fortuna, die derzeit Tabellensechzehnter ist, zu verhindern. Am Samstag gegen die Roten Teufel aus Kaiserslautern kann die Fortuna trotzdem auch ein wenig himmlische Hilfe gebrauchen, damit sie dem von den meisten Fans befürchteten Schicksal entgehen kann.