Fortuna: Friedhelm Funkel warnt vor übertriebenen Erwartungen

Fortuna vor schwieriger Rückrunde : Funkel: Wer jetzt selbstzufrieden ist, erhält was zwischen die Löffel

Fortunas Cheftrainer glaubt, dass die Abstiegsfrage für seine Mannschaft erst am letzten Spieltag entschieden sein wird.

Friedhelm Funkel ist eine ehrliche Haut. „Vor der englischen Woche hätte ich nicht daran geglaubt, dass wir mit 18 Punkten in die Winterpause gehen“, sagte Fortunas Trainer, um direkt seine Mannschaft zu loben. „Die Jungs haben zuletzt drei Topleistungen auf den Platz gebracht.“ Das sei in Hannover nach der ersten Hälfte nicht zu erwarten gewesen. „Ich habe in der Pause mit den Spielern gesprochen.“ Funkel hat seine Spieler nicht nur zu mehr Mut aufgefordert, sondern auch die Justierung im Mannschaftsgefüge leicht verändert, zudem dem Wunsch von Adam Bodzek gefolgt, der nach seiner Gelben Karte Furcht hatte, nach dem nächsten Foul vom Platz zu müssen. Marcel Sobottka kam und war eine der wichtigen Figuren im zweiten Durchgang, der letztlich in der Schlussminute zum 1:0-Erfolg in Hannover führte.

„Wir wollten in Hannover gewinnen, aber ich wäre letztlich auch mit einem Punkt zufrieden gewesen“, sagte der 65-Jährige, der sich selbst als „sehr realistisch“ bezeichnet. Aber Funkel hat genaue Vorstellungen und weiß oft genug, mit welchem Personal und welcher Taktik er mit seiner Mannschaft zum Erfolg kommt. Die Spiele in München, Hannover und natürlich gegen Dortmund geben ihm da Recht.

Trainer glaubt an Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag

Weder er, noch seine Spieler werden sich in der zweiten Saisonhälfte zufrieden zurücklehnen können. „Wer jetzt selbstzufrieden ist, der erhält was zwischen die Löffel“, sagt der Trainer, der aber sicher ist, dass seine Spieler nicht dazu neigen, abzuheben. „Das wissen doch alle in Düsseldorf nach dem letzten Mal in der Bundesliga, als die Fortuna zur Winterpasue 21 Punkte hatte“, sagte Funkel. „Man kann erst beruhigt sein, wenn es auch theoretisch nicht mehr schief gehen kann.“ Und dann prophezeit der erfahrenste Coach der Bundesliga, dass der Kampf um den Klassenerhalt bis zum letzten Spieltag nicht entschieden sein wird.

Dass Funkel nun wegen der zuletzt erfolgreichen sechs Wochen auf eine Pause verzichten würde, wäre nicht seine Art. „Man kann sich das nicht aussuchen. Das ist meine Standard-Antwort auf diese Frage“, sagt er. „Aber die Jungs sind auch kaputt und sollen sich erholen.“ Denn die Vorbereitung werde hart. Die Mannschaft sei nicht unbedingt fitter als andere Teams, aber sie habe dann manchmal doch über den längeren Atem verfügt. „Wir sind auf einem guten Weg und haben  Selbstvertrauen aufgebaut“, sagt der Trainer, der viel mehr Möglichkeiten hat, als vor einem Jahr. „Dass die Mannschaft die Niederlagenserie so weggesteckt hat, ist ein großer Faustpfand für die Zukunft.“

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