Fortuna-Fans setzen Protest fort — und weiten ihn aus

Fortuna-Fans setzen Protest fort — und weiten ihn aus

Düsseldorf. Drei Spieltage lang blieben die Fans für die ersten 12:12 Minuten still, um gegen das umstrittene Sicherheitspapier der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu protestieren. Nachdem es am Mittwoch, wie erwartet, trotzdem mit großer Mehrheit von den Vereinen beschlossen wurde, weiten die Fans ihren Protest nun auch auf den letzten Bundesliga-Spieltag vor der Winterpause aus.

In zahlreichen Stadien werden die Kurven an diesem Wochenende erneut schweigen, dieses Mal sogar für die kompletten 90 Minuten.

Auch Fortunas Fans, die am Mittwoch mit denen zahlreicher anderer Vereine aus ganz Deutschland in Frankfurt vor Ort waren, werden heute gegen Hannover weder singen noch Fahnen schwenken. Darauf haben sich die organisierten Fanclubs und -Gruppen bei einem extra einberufenen Treffen geeinigt.

Man wolle zwar niemandem vorschreiben, sich an dem Protest beteiligen zu müssen, man hoffe aber auf ein möglich stilles Stadion, um ein „deutliches Zeichen gegen die Hysterie“ zu setzen, heißt es aus Fankreisen. Darüber hinaus haben zahlreiche Dauerkarteninhaber im Internet angekündigt, das Spiel zu boykottieren.

Der Protest richtet sich nicht nur gegen die in den Augen der Fans überzogenen Maßnahmen und die „unsachliche Debatte über ein vermeintliche Sicherheitsproblem im deutschen Fußball“, die Fans wenden sich auch ganz konkret gegen den Fortuna-Vorstand. Der hatte nach der Veröffentlichung des ersten Entwurfs eine Arbeitsgruppe mit Fans gegründet, die zahlreiche Verbesserungsvorschläge formulierte.

Nachdem die DFL eine überarbeitete Version des Sicherheitspapiers veröffentlichte, empfahl die AG dem Fortuna-Vorstand, lediglich 14 der 16 Punkte zuzustimmen. Die beiden besonders heiklen Anträge zu verstärkten Einlasskontrollen und einer möglichen Reduzierung von Gästetickets bei so genannten „Hochrisikospielen“ solle er aber ablehnen. Das tat er jedoch nicht und stimmte trotzdem zu. bes

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