Fortuna Düsseldorf: Fortuna fährt den ersten Punktgewinn ein

Fortuna Düsseldorf : Fortuna fährt den ersten Punktgewinn ein

Beim 1:1 in Leipzig ist Fortuna Düsseldorf nicht das schlechtere Team und verdient sich den Zähler durch eine couragierte Leistung.

Leipzig. Alle Spieler von Fortuna Düsseldorf kamen erschöpft, aber glücklich nach 94 aufreibenden Spielminuten im Bauch des Stadions an. „Eigentlich hätte sogar niemand etwas sagen können, wenn wir hier mit 2:1 gewonnen hätten“, sagte Torschütze Mathias Zimmermann nach dem 1:1 (0:0) am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga bei RB Leipzig. „Wir haben wirklich großartig gefightet und ich bin sehr glücklich, dass ich nach meiner langen Leidenszeit nicht nur wieder Vollgas-Fußball spielen kann, sondern auch noch das Tor gemacht habe.“ Mit einem breiten Grinsen drehte sich Zimmermann um und humpelte in die Kabine.

„Ja, man kann echt sagen, dass wir schnell gelernt haben“, meinte Andre Hoffmann, der ebenso stolz auf seine Mannschaft war wie alle seine Mitspieler. Die Fortuna kam nicht etwa nur mauernd oder glücklich zu diesem Punkt in Leipzig. Nicht ganz überraschend hatte Cheftrainer Friedhelm Funkel auf eine Dreierkette gesetzt. Damit konnte er den unter der Woche verpflichteten Abwehrspieler Marcin Kaminski aufbieten, ohne auf einen seiner zuverlässigen Innenverteidiger Kaan Ayhan und Andre Hoffmann verzichten zu müssen. Aber der polnische Nationalspieler benötigte auch eine Hälfte, um sich einzufinden und Niko Gießelmann auf der linken Abwehrseite zu unterstützen. Über die Seite hatten die Leipziger immer wieder die gefährlichsten Angriffe initiiert. „Da war 45 Minuten lang die Lücke zu groß“, befand auch Gießelmann, der auch deswegen nicht allzu gut ausgesehen hatte.

Er hatte aber (nach Marvin Ducksch) die zweite große Chance des Spiels, als er aus 14 Metern frei zum Schuss kam, den Ball direkt nahm und leicht nach rechts verzog. „Vor dem 1:0 habe ich mich dann anders entschieden“, erklärte der Abwehrspieler. „Ich habe Matthias (Zimmermann) in besserer Position gesehen und ihn angespielt.“ Eben jener Zimmermann — mit Spann-Mann Jean Zimmer — sorgte erneut auf der rechten Seite für Druck, und beide konnten zudem für die nötige Absicherung sorgen.

Auf einen seiner fünf Außenbahn-Spieler hatte Funkel verzichtet. Auch den Torschützen aus dem Auftaktspiel, Benito Raman, hatte Fortunas Cheftrainer zunächst auf der Bank gelassen. Dafür stürmten Ducksch und Rouwen Hennings gemeinsam. „Und so defensiv war das nicht“, sagte Funkel und wehrte sich damit gegen die Kritik an „mutlosen Aufstellungen“. Die Taktik des Trainers ging vollkommen auf. „Ich freue mich, dass wir eine so starke und engagierte Leistung gegen einen so gut besetzten Gegner gezeigt haben“, sagte Funkel. „Ich freue mich über den Punkt, aber auch über die Leistung. Damit werden wir in der Bundesliga noch den einen oder anderen Gegner ärgern.“

So musste auch RB-Trainer Ralf Rangnick einräumen: „Wir haben uns schwer getan, auch weil wir von Donnerstag noch ein schweres Spiel in den Beinen hatten“, sagte der Leipziger Trainer, der sich sehr über das Gegentor ärgerte. „Außerdem haben wir viel zu viel vor dem eigenen Tor zugelassen. Fortuna hat das gut gemacht.“ „Wir haben gezeigt, dass wir in der Bundesliga mithalten können“, sagte Abwehrspieler Andre Hoffmann.

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