Fortuna enttäuscht komplett

Die Mannschaft enttäuscht beim 0:2 gegen Karlsruhe in allen Belangen.

Düsseldorf. Von einer Krise nach vier Pflichtspielen zu sprechen, verbietet sich eigentlich. Allerdings darf man es sich wohl auch nicht so leicht machen, wie Berufs-Optimist Charly Benschop. Der niederländische Stürmer der Fortuna sprach nach der enttäuschenden Leistung seiner Mannschaft beim 0:2 gegen Karlsruhe davon, dass nur ein Sieg fehle, dann würde sich alles von allein ergeben.

Da waren die Aussagen von Oliver Reck schon zielführender: „Wir haben einen breiten Kader, da müssen wir dann eben nächste Woche in Aue reagieren“, sagte Fortunas Trainer, der zugeben musste, „dass das Ergebnis zeigt, die aktuellen Umstellungen haben nicht so gefruchtet, wie ich mir das vorgestellt habe“.

Es sei schwer gewesen, auf das frühe Führungstor der starken und sehr diszipliniert agierenden Karlsruher zu reagieren. Warum die Mannschaft aber fast nur Ballverluste produzierte, gegen den schneller und gezielter spielenden Gegner hilflos wirkte und sich allenfalls drei Halbchancen herausspielen konnte, wusste Oliver Reck auch nicht zu begründen.

Vor allem Ben Halloran, Christian Weber und Julian Schauerte (rechts offensiv) hatten einen schwarzen Tag erwischt. Halloran war ein Schatten seiner selbst, Weber versuchte zu viel und leitete mit einem kapitalen Fehlpass das 0:2 ein und Schauerte konnte sich auf dem Flügel nicht ein Mal richtig durchsetzen.

„Wir hatten geplant, schnell über die Flügel zu kommen, um den Gegner unter Druck zu setzen“, sagte Reck, der Halloran immerhin attestierte, zweimal in den ersten 45 Minuten einen schnellen Angriff initiiert zu haben. Da war die Innenverteidigung, die auch nicht unbedingt sattelfest wirkte, noch das „Prunkstück“ der Mannschaft, obwohl Dustin Bomheuer für den ins Mittelfeld gerückten Adam Bodzek und Bruno Soares keinesfall fehlerfrei waren.

Die Gäste mussten aber auch nicht mehr tun, als drei-, viermal gefährlich vors Fortuna-Tor zu kommen, um den 2:0-Sieg locker nach Hause zu bringen. Während die Stürmer den Fans richtig leid tun konnten, weil sie kein Futter bekamen, müssen sich die Leistungsträger Sergio Pinto, dem deutlich die Spielpraxis fehlt, Adam Bodzek, der überhaupt nicht ins Spiel fand, sowie Michael Liendl sich fragen lassen, warum sie sich so wenig gegen die Niederlage stemmten.

Die gellenden Pfiffe und bereits zur Pause die Aufforderung von den Rängen „wir wollen Euch kämpfen sehen“ verheißen, dass die Geduld der Fans schon nach vier sieglosen Pflichtspielen ziemlich strapaziert ist.