Fortuna Düsseldorfs Trainer Funkel: Es macht Spaß auf die Tabelle zu schauen

Fußball-Bundesliga : Fortuna Düsseldorfs Trainer Funkel: Es macht Spaß auf die Tabelle zu schauen

Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel lobt nach dem 2:1-Sieg in Berlin den Auftritt seiner Mannschaft und freut sich wie seine Spieler auf das „richtig geile Spiel“ am Sonntag gegen die Bayern.

Die Fans von Hertha BSC rieben sich nach den ersten 45 Minuten die Augen. Nicht etwa ihre Mannschaft hatte den Frust nach der 0:5-Niederlage von Leipzig in Energie und unbändigen Siegeswillen auf den Rasen des Olympiastadions gebracht. Fortuna Düsseldorf war vor der Pause die klar bessere Mannschaft, hatte einige gute Chancen und hätte bereits zu diesem Zeitpunkt mit zwei, drei Toren führen müssen. Allein Dodi Lukebakio verpasste drei Gelegenheiten der clever und fast ausnahmslos sehr diszipliniert spielenden Gäste. Da machte es Benito Raman deutlich besser, der es nach einem Pass von Rouwen Hennings in der 35. Minute mit Karim Rekik und Rune Jarstein zu tun hatte. Berlins Abwehrchef tanzte der Belgier aus, dem Torhüter der Berliner ließ er mit einem Schlenzer ins lange Eck danach auch keine Chance.

„Vergangene Woche habe ich die Vorarbeit gegen Gladbach geliefert, heute habe ich getroffen“, sagte Raman, der seine Mannschaft lobte, weil sie immer wieder den Gegner vor Probleme stellen kann. Allerdings wurde sie nach einem unnötigen Ballverlust auch vom Gegner überrascht, der die zweite von zwei guten Kontern gegen eine aufgerückte Fortuna-Abwehr zum eher schmeichelhaften 1:1 nutzte. So hatte Hertha-Trainer Pal Dardai seine Jungs in der Pausenansprache noch mal heiß gemacht, um mehr Aggressivität auf den Platz zu bringen.

Nach dem 1:2 war auf Berliner Seite die Luft völlig raus

Und das passierte auch in der zweiten Hälfte in Berlin, in der die Gastgeber versuchten, mehr Druck zu erzeugen und konzentrierter aufzutreten. Das gelang halbwegs, und der starke Michael Rensing und seine Abwehr mussten einige brisante Situationen bereinigen. Als alles mit dem Führungstreffer der Hertha rechnete, schlug die Fortuna wieder eiskalt zu.

Wieder war es Benito Raman, der am Ende einer schönen Kombination stand. Der 24-Jährige verwandelte die Hereingabe von Kapitän Oliver Fink, nachdem Rouwen Hennings den Ball clever durchgelassen hatte und  Raman nur noch verwandeln musste. Der benötigte allerdings zwei Versuche, um den sehr gut haltenden Jarstein zum zweiten Mal zu überwinden. Wie im Hinspiel übrigens, als der Belgier auch zweimal getroffen hatte und mit zum Wendepunkt in Fortunas Bundesliga-Saison gesorgt hatte. Jetzt ist „Benito Wirbelwind“ sogar der beste Torschütze der Fortuna mit neun Treffern. Er hat seinen Landsmann Lukebakio (8) überholt und war an acht der letzten elf Düsseldorfer Tore beteiligt. So muss Fortuna bangen, ob nicht größere Vereine Interesse an dem schnellen und treffsicheren Belgier entwickeln.

Jetzt freuen sich alle Fortunen auf den FC Bayern am Sonntag

Das war es dann mit dem Selbstbewusstsein der Berliner, die bis zum Ende der Partie nichts mehr auf die Reihe bekamen und die meisten unter den 51 600 Zuschauern im Olympiastadion ziemlich enttäuschten. Herthas Trainer nahm seine Spieler aber in Schutz. „Ich habe wohl die psychologische Wirkung unterschätzt, die das 0:5 in Leipzig in den Köpfen der Spieler
hinterlassen hat“, gab Dardai zu.

Sein Gegenüber Friedhelm Funkel war bester Laune und hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Das Selbstbewusstsein wird natürlich nach den guten Leistungen der vergangenen Wochen immer größer“, sagt der Trainer von Fortuna Düsseldorf, das inzwischen auch noch die Hertha überflügelte und inzwischen auf Platz zehn rangiert. „Wir haben inzwischen die richtige Mischung gefunden, und die Mannschaft findet auch immer wieder gut den Weg nach vorne.“ Mit Stolz schaut der 65-Jährige nach nun bereits elf Siegen (genau so viel Hoffenheim) auf die Tabelle: „Ja, ich kann es kaum glauben, wir haben schon 37 Punkte. Es macht Spaß auf die Tabelle zu schauen.“

Die Mannschaft könne laut Funkel inzwischen gegen jeden Gegner gewinnen. „Aber jetzt genießen wir erst einmal diesen Sieg und freuen uns auf Sonntag nächster Woche.“ Dann kommt der FC Bayern nach Düsseldorf. Und auch die Spieler freuen sich auf „ein richtig geiles Spiel“.

Mehr von Westdeutsche Zeitung