Fortuna Düsseldorfs Spieler in Galaform machen andere Klubs auf sich aufmerksam

Fußball-Bundesliga : Fortuna Düsseldorfs Spieler in Galaform machen andere Klubs auf sich aufmerksam

Lutz Pfannenstiel glaubt, dass auch im kommenden Jahr ein schlagkräftiges Team für Fortuna aufläuft. Dass andere Klubs auf Spieler wie Raman, Stöger und Ayhan aufmerksam werden, gehöre für den Sportvorstand zum Geschäft.

Drei Tore in 16 Minuten wie gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag hat es für Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga noch nie gegeben. Und einen Vorbereiter, der (diese) drei Tore in einem Spiel vorbereitet hat, gab es auch noch nicht. Es erscheint schon fast als logische Folge, dass sich andere Vereine auch Spieler der Fortuna anschauen und gewisse Begehrlichkeiten aufkommen. Benito Raman (24)  war am Samstag der fragliche Vorbereiter, und sein Name wird längst bei Sportdirektoren im In- und Ausland auf den Zetteln stehen.

Fast schon erschrocken reagierte Friedhelm Funkel, als er auf diese Tatsache angesprochen wurde. Denn der flinke Belgier, der seit dem 31. August in Düsseldorf ist und elf Monate später fest für 1,5 Millionen Euro von Standard Lüttich verpflichtet wurde, hat bei der Fortuna einen langfristigen bis Juni 2022 laufenden Vertrag. „Benito ist hier bei uns gut aufgehoben. Er muss auch im nächsten Jahr hier noch spielen und sich deutlich steigern, um dann irgendwann andere Ambitionen zu haben“, erklärte Funkel und bescheinigte Raman, dass er sich „total positiv“ entwickelt habe. „Aber das reicht noch nicht für Bayern München, vielleicht kann er ja irgendwann einmal dahin.“ Die taktische Ausrichtung auf dem rechten Flügel mit Raman gegen den nicht als so schnell bekannten Gladbacher Oscar Wendt sei ein Teil des Matchplans gewesen. „Die Schnelligkeitsvorteile haben wir geschickt ausgenutzt.“ Und dann kommt der typische Funkel-Dämpfer für Spieler, die zum Abheben neigen könnten: „Er hätte in der zweiten Hälfte aber auch einen Konter noch besser abschließen können.“

Auch Kaan Ayhan hat auf sich aufmerksam gemacht

Lutz Pfannenstiel bezeichnet ein mögliches Abwerben auffälliger Spieler als Teil des Geschäftes, das im Profi-Fußball dazu gehört. „Natürlich müssen wir darum kämpfen, die Spieler zu halten“, sagt der Sportvorstand. Aber es würden bei Fortuna ja auch andere Werte zählen. „Bei uns ist das Familiäre ein wichtiger Faktor. Bei uns zählt die Stimmung in der Mannschaft und im Verein.“ Deshalb sollte sich kein Spieler durch irgendwelche lukrativen Angebote locken lassen und das alles so einfach aufgeben, was er bei der Fortuna habe. „Wir arbeiten schon längst daran, auch in der kommenden Saison eine schlagkräftige Truppe, in der die Chemie in der Kabine und auf dem Spielfeld stimmt, aufs Feld schicken zu können“, sagt Pfannenstiel. „Ich bin guter Dinge, dass wir das auch schaffen.“

Während Dodi Lukebakio dann im kommenden Jahr wohl kaum noch zum Fortuna-Kader gehören wird, setzt die Fortuna sehr auf Kevin Stöger. Der Österreicher hat sich seit Mitte November bei der Fortuna absolut in den Vordergrund gespielt. Stöger fiel auch gegen Gladbach mit einer Leichtigkeit auf, die für einen Spieler in der ersten Bundesliga-Saison absolut ungewöhnlich ist. Pfannenstiel bezeichnet ihn sogar im Spaß als den „Vorbereiter der Nation“: Und Stöger hat nun endlich auch mal einen Treffer erzielt, den sich Friedhelm Funkel schon lange von seinem Regisseur erhofft hat. Das Problem hier: Bisher läuft der Vertrag des Mittelfeldspielers nur bis Juni 2020.

Auch Kaan Ayhan machte erneut mit einer tadellosen Leistung auf sich aufmerksam und zeigte eindrucksvoll, das die schwächere Leistung aus dem Wolfsburg-Spiel eine Ausnahme war. Spätestens nach seinem ersten Länderspieltreffer für die Türkei gegen Moldawien vor einer Woche steht er ganz sicher im Notizbuch mehrerer türkischer Spitzenvereine. Ayhan, der wohl über die Saison gesehen, der konstanteste und insgesamt beste Fortune ist, hat noch eine Vertragslaufzeit bei der Fortuna bis 2021. Es geht also für den inzwischen als vor dem Abstieg geretteten Aufsteiger darum, sich nicht nur nach Verstärkungen umzuschauen, sondern auch bewährte Kräfte noch langfristiger zu binden. Dazu zählen sicher noch weitere Profis aus Funkels Kader.

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